Allgemeine Debatte über die Öffnungszeiten am Sonntag

Verkaufsoffene Sonntage haben sich zu einem viel diskutierten Thema entwickelt, das nicht nur die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher beeinflusst, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die traditionellen Strukturen einer Gesellschaft hat. In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf die Vor- und Nachteile dieser besonderen Einkaufszeiten und versuchen, die verschiedenen Facetten dieser Diskussion zu beleuchten.

Definition von verkaufsoffenen Sonntagen

Zunächst einmal bedarf es einer klaren Definition. Verkaufsoffene Sonntage sind Tage, an denen Geschäfte ihre Türen öffnen dürfen, um Kunden auch außerhalb der üblichen Werktagen mit ihren Angeboten zu locken. Dieser scheinbar unschuldige Akt des Öffnens hat jedoch tiefgreifende Auswirkungen auf die Dynamik von Wirtschaft, Gesellschaft und dem Lebensmittelhandel.

Hintergrund und Entwicklung

Die Idee der verkaufsoffenen Sonntage reicht weit zurück und hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Ursprünglich als Möglichkeit für Geschäfte gedacht, an bestimmten Tagen im Jahr zusätzliche Umsätze zu generieren, sind sie zu einem integralen Bestandteil des Einzelhandelskalenders geworden. Doch während sie für viele Unternehmen als willkommener Umsatzbooster dienen, stehen verkaufsoffene Sonntage auch im Kreuzfeuer von Debatten über Arbeitsrechte, Tradition und soziale Auswirkungen.

In diesem Kontext werden wir die Argumente sowohl für als auch gegen verkaufsoffene Sonntage beleuchten, wobei wirtschaftliche Aspekte, Tourismusförderung und Flexibilität für Verbraucher auf der einen Seite stehen und Arbeitsnehmerschutz, soziale Bedenken und der mögliche Verlust traditioneller Werte auf der anderen Seite. Darüber hinaus werden wir einen Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen werfen, die diese Veranstaltungen regeln, und die kontroversen Gerichtsentscheidungen, die die Debatte weiter anheizen.

Verkaufsoffene Sonntage sind nicht nur ein Schaufenster für Konsumfreude, sondern auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Werte und wirtschaftlicher Realitäten. Diese Einleitung markiert den Startpunkt für eine tiefgreifende Analyse, die versucht, die Balance zwischen ökonomischem Wachstum und sozialer Verantwortung zu finden.

Argumente für verkaufsoffene Sonntage

Wirtschaftliche Aspekte

Befürworter verkaufsoffener Sonntage betonen vor allem die wirtschaftlichen Vorteile, die sich aus dieser speziellen Form des Einkaufens ergeben. Im Fokus steht hierbei die Umsatzsteigerung für Geschäfte, insbesondere im Einzelhandel. Verkaufsoffene Sonntage bieten Unternehmen die Gelegenheit, ihre Einnahmen signifikant zu erhöhen, indem sie Kunden außerhalb der regulären Öffnungszeiten ansprechen. Dies ist besonders bedeutsam in Zeiten, in denen der Einzelhandel verstärktem Wettbewerb durch den Online-Handel ausgesetzt ist.

Die Umsatzsteigerung hat wiederum positive Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsicherung. Insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben kann eine zusätzliche Einnahmequelle dazu beitragen, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und möglicherweise neue zu schaffen. Dieser Effekt ist nicht zu unterschätzen, insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Herausforderungen und Strukturveränderungen.

Ein weiterer Pluspunkt liegt in der Tourismusförderung. Verkaufsoffene Sonntage werden zu Anziehungspunkten für Besucher, sei es aus benachbarten Städten oder sogar aus dem Ausland. Diese Touristen tragen nicht nur zum Erfolg lokaler Geschäfte bei, sondern stärken auch die Attraktivität einer Region als Einkaufs- und Freizeitdestination.

Die Flexibilität für Verbraucher bildet das dritte zentrale Argument. In unserer hektischen Welt, in der Zeit ein kostbares Gut ist, bieten verkaufsoffene Sonntage den Verbrauchern eine willkommene Möglichkeit, Einkäufe zu tätigen, ohne sich an die traditionellen Ladenöffnungszeiten halten zu müssen. Dies kommt besonders Berufstätigen zugute, die unter der Woche wenig Zeit für Besorgungen haben.

Insgesamt gesehen argumentieren die Befürworter also für verkaufsoffene Sonntage als Motor für wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsplatzsicherung und als Instrument zur Steigerung der Attraktivität von Städten und Regionen. In der Analyse dieser Argumente zeigt sich jedoch auch, dass diese wirtschaftlichen Vorteile nicht ohne ihre Kontroversen und ethischen Überlegungen existieren.

Argumente gegen verkaufsoffene Sonntage

Arbeitnehmerschutz

Ein zentraler Kritikpunkt gegen verkaufsoffene Sonntage bezieht sich auf den Bereich des Arbeitnehmerschutzes. Gegner argumentieren vehement, dass diese zusätzlichen Öffnungszeiten eine erhebliche Belastung für die Mitarbeiter darstellen. Die Forderung nach flexiblen Arbeitszeiten und der Schutz vor übermäßiger Beanspruchung stehen hier im Vordergrund. Insbesondere in Branchen, in denen bereits hoher Arbeitsdruck herrscht, können verkaufsoffene Sonntage zu einer Verschärfung der Arbeitsbedingungen führen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht ebenfalls im Fokus der Kritik. Durch die Ausdehnung der Arbeitszeiten auf den Sonntag sehen Kritiker die Gefahr, dass die Work-Life-Balance der Beschäftigten weiter aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Familienzeit und traditionelle Ruhetage könnten dadurch vernachlässigt werden, was nicht nur negative Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden, sondern auch auf das soziale Gefüge haben könnte.

Soziale Auswirkungen

Ein weiteres Argument gegen verkaufsoffene Sonntage betrifft die potenziellen sozialen Auswirkungen auf Gemeinschaften und lokale Märkte. Kritiker befürchten eine Entfremdung von traditionellen Werten und eine Erosion von kulturellen Bräuchen, die eng mit dem Sonntag als Ruhetag verbunden sind. Diese Bedenken reichen von der Gefahr, dass der soziale Zusammenhalt in Gemeinden abnimmt, bis hin zu einer schleichenden Veränderung der Lebensqualität.

Die Befürchtung, dass lokale Märkte und kleinere Geschäfte durch die Konkurrenz mit großen Handelsketten beeinträchtigt werden, spielt ebenfalls eine Rolle. Verkaufsoffene Sonntage könnten dazu führen, dass Verbraucher vermehrt zu den großen, etablierten Einzelhändlern strömen, anstatt die lokalen, unabhängigen Geschäfte zu unterstützen. Dies könnte langfristig zu einer Homogenisierung der Einkaufslandschaft führen, was wiederum die Vielfalt und Einzigartigkeit von Stadtvierteln und Gemeinden gefährden könnte.

Insgesamt konzentrieren sich die Argumente gegen verkaufsoffene Sonntage auf die potenziellen negativen Auswirkungen auf die Arbeitnehmer und die sozialen Strukturen der Gesellschaft. Die Debatte um diese Aspekte verdeutlicht, dass die Frage nach der Legitimität solcher Veranstaltungen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und soziale Dimensionen berührt.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Gesetzliche Regelungen in Deutschland

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für verkaufsoffene Sonntage variieren in Deutschland und unterliegen den Bestimmungen der Länder. Ein Blick auf das Ladenöffnungsgesetz (LadÖG) eines Bundeslandes bietet Einblicke in die dort geltenden Regelungen. Zum Beispiel gestattet das Berliner LadÖG in § 8 Abs. 1 die Öffnung von Verkaufsstellen an bis zu acht Sonn- und Feiertagen im Jahr aus Anlass von Märkten, Messen oder besonderen Anlässen. Ähnliche Regelungen finden sich in anderen Bundesländern.

Ein bedeutender Aspekt ist dabei der Anlassbezug. Die Öffnung soll oft an Veranstaltungen geknüpft sein, die eine gesteigerte Besucherzahl erwarten lassen. Dies soll sicherstellen, dass verkaufsoffene Sonntage nicht zu einer alltäglichen Praxis werden, sondern in einem größeren Kontext stehen.

Kontroversen und Gerichtsurteile

Die gesetzlichen Regelungen haben in der Vergangenheit zu zahlreichen Kontroversen und juristischen Auseinandersetzungen geführt. Dabei wird betont, dass der Anlass für die Ladenöffnung tatsächlich im Vordergrund stehen muss und nicht lediglich der Verkauf selbst. Diese Entscheidung präzisiert die Interpretation der Gesetze und schränkt potenzielle Missbräuche ein.

Die Bedeutung des Sonntags als Tag der Arbeitsruhe und seelischen Erhebung wird hingegen hervorgehoben. Es wurde festgestellt, dass verkaufsoffene Sonntage den Charakter des Sonntags als Ruhetag nicht grundlegend beeinträchtigen dürfen.

Die gerichtlichen Entscheidungen verdeutlichen, dass die rechtliche Bewertung von verkaufsoffenen Sonntagen eine sensible Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz von Arbeitnehmern sowie kulturellen Werten erfordert. Die Dynamik in diesem Bereich wird auch in Zukunft von weiteren rechtlichen Debatten und möglichen Gesetzesanpassungen geprägt sein.

Fazit: Zwischen Wirtschaftsinteressen und sozialer Verantwortung

Die Diskussion um verkaufsoffene Sonntage offenbart eine komplexe Gemengelage aus wirtschaftlichen Interessen, sozialer Verantwortung und kulturellen Werten. Auf der einen Seite stehen die Befürworter, die in diesen Sonderöffnungszeiten einen Motor für wirtschaftliches Wachstum und die Sicherung von Arbeitsplätzen sehen. Die Umsatzsteigerung für Geschäfte, die Förderung des Tourismus und die Flexibilität für Verbraucher sind ihre zentralen Argumente.

Auf der anderen Seite erheben Kritiker ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Arbeitnehmerschutzes und der sozialen Auswirkungen. Die Belastung der Mitarbeiter, die mögliche Gefährdung der Work-Life-Balance und die Erosion traditioneller Werte werden als unerwünschte Konsequenzen verkaufsoffener Sonntage angeführt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, die von Bundesland zu Bundesland variieren, spiegeln diese Spannungen wider. Gerichtsurteile betonen den Anlassbezug und den Schutz des Sonntags als Ruhetag, wodurch die Debatte auf eine juristische Ebene gehoben wird.

In diesem Spannungsfeld bleibt die Suche nach einer ausgewogenen Lösung entscheidend. Die Herausforderung besteht darin, die wirtschaftlichen Chancen zu nutzen, ohne die sozialen und kulturellen Fundamente zu untergraben. Ein sensibler Umgang mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Berücksichtigung der verschiedenen Perspektiven und die fortlaufende Überprüfung der Gesetzgebung sind notwendig, um einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen zu finden.

Das Fazit dieser Analyse ist somit eine Aufforderung zur Reflexion und zur Abwägung der Vor- und Nachteile verkaufsoffener Sonntage. Eine nachhaltige Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und dem Schutz von Arbeitnehmern sowie kulturellen Werten wird entscheidend sein für die zukünftige Gestaltung dieser besonderen Einkaufsmöglichkeiten.

Freigabe: Insekten in Lebensmitteln verarbeiten

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach nachhaltigen und nahrhaften Lebensmitteln gestiegen, und der Bedarf an alternativen Nahrungsquellen zur Deckung der wachsenden Nachfrage ist offensichtlich geworden. Insekten sind eine hervorragende Nahrungsquelle, die wichtige Proteine und Fette sowie Kalzium, Zink und Eisen liefert. Darüber hinaus hat die Aufzucht von Insekten weitaus geringere Auswirkungen auf die Umwelt als die traditionelle Viehzucht und sie sind eine effiziente Nahrungsquelle, die das Potenzial hat, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

In Anerkennung dieser Vorteile wurde das Verfahren zur Zulassung von Insekten als Lebensmittelzutaten kürzlich genauer untersucht. Hier wird das Verfahren für die Zulassung von Insekten als Lebensmittelzutat und die Auswirkungen für Lebensmittelhersteller. dem Lebensmittelhandel und Verbraucher gleichermaßen erörtert.

Die aktuellen Vorschriften zur Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln

Der erste Schritt im Genehmigungsverfahren für die Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln besteht darin, die geltenden Vorschriften zu kennen. Verschiedene Länder und Gerichtsbarkeiten haben unterschiedliche Vorschriften. Daher ist es wichtig, sich über die Gesetze und Vorschriften zu informieren, die für das Land oder die Region gelten, in der das Produkt auf Insektenbasis verkauft werden soll.

Dazu gehört auch, dass Sie sich über die geltenden Kennzeichnungs- und Verpackungsvorschriften sowie über besondere Einschränkungen oder Anforderungen für die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln auf Insektenbasis informieren. Es ist auch wichtig, sich über mögliche kulturelle Aspekte im Zusammenhang mit dem Verkauf und Verzehr von Lebensmitteln auf Insektenbasis im Klaren zu sein. Die Kenntnis der aktuellen Vorschriften wird dazu beitragen, eine erfolgreiche Produkteinführung zu gewährleisten.

Die potenziellen Vorteile der Verarbeitung von Insekten

Die Verarbeitung von Insekten als Lebensmittel ist aus verschiedenen Gründen ein neuer Trend, aber es ist wichtig, die potenziellen Vorteile dieser Praxis zu erkennen. Insekten sind eine besonders nahrhafte Proteinquelle, die im Vergleich zu herkömmlichen Proteinquellen eine Vielzahl von Makro- und Mikronährstoffen enthält. Außerdem sind Insekten eine umweltbewusste Proteinquelle. Ihr Anbau erfordert viel weniger Wasser und Land als der anderer tierischer Eiweißquellen, und sie produzieren deutlich weniger Kohlendioxid. Daher ist die Verarbeitung von Insekten eine kostengünstige und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Eiweißquellen.

Die Einführung der Insektenverarbeitung

Um die Verarbeitung von Insekten in die Lebensmittelversorgungskette einzuführen, ist ein umfassender Plan erforderlich. Dieser Plan sollte die derzeit verfügbaren Ressourcen, den Zeitplan für die Umsetzung und die für eine erfolgreiche Einführung erforderlichen Schritte umreißen. Er sollte auch eine Finanzanalyse enthalten, um sicherzustellen, dass der Prozess kosteneffektiv ist, und eine Risikobewertung, um die Einhaltung der erforderlichen Sicherheits- und Qualitätsstandards zu gewährleisten. Außerdem sollte der Plan für die Einholung von Rückmeldungen von Kunden enthalten, um sicherzustellen, dass der Prozess ihren Bedürfnissen entspricht.

Beurteilung der Sicherheits- und Hygieneanforderungen für die Verarbeitung von Insekten

Bei der Verarbeitung von Insekten für Lebensmittel ist es wichtig, die Sicherheits- und Hygieneanforderungen zu bewerten. Dazu gehört die Bewertung der Umgebung, in der die Insekten verarbeitet werden, die Sicherstellung, dass alle Sicherheits- und Hygienestandards eingehalten werden und dass alle an dem Prozess beteiligten Mitarbeiter angemessen geschult sind. Diese Bewertung sollte auch regelmäßig durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Standards konstant hoch bleiben. Darüber hinaus sollten Insektenprodukte streng auf Lebensmittelsicherheit getestet werden, bevor sie auf den Markt gebracht werden.

Die Kosteneffizienz der Insektenverarbeitung

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Insektenverarbeitung muss sorgfältig analysiert werden, bevor die Entscheidung über ihre Einführung in unsere Lebensmittelproduktion getroffen wird. Es ist wichtig, eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen, wie z.B. die Arbeitskosten, die Kosten für das Insektenfutter und die Gesamtkosten der Produktion. Außerdem sollten die potenziellen Einsparungen berücksichtigt werden, die sich aus der Verwendung von Insekten als Proteinquelle ergeben. Die Kosteneffizienz der Insektenverarbeitung sollte gegen andere praktikable Alternativen für Proteinquellen für unsere Lebensmittelproduktion abgewogen werden. Die Ergebnisse dieser Analyse sollten in das Dokument aufgenommen werden, in dem die Gründe für unsere Entscheidung zur Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln dargelegt werden.

Die mit der Insektenverarbeitung verbundenen Umweltauswirkungen

Bevor mit der eigentlichen Verarbeitung von Insekten begonnen wird, müssen die damit verbundenen Umweltauswirkungen untersucht werden. Diese Forschung muss eine umfassende Analyse der Auswirkungen von Aufzucht, Ernte und Verarbeitung von Insekten auf die lokale Umwelt beinhalten. Darüber hinaus sollten auch die Auswirkungen der Verarbeitung von Insekten auf die globale Umwelt untersucht werden. Beispiele hierfür sind unter anderem die Luft- und Wasserqualität, die Landnutzung und der Klimawandel. Die Ergebnisse dieser Forschung müssen dokumentiert und den zuständigen Aufsichtsbehörden mitgeteilt werden, bevor die Verarbeitung von Insekten für Lebensmittel genehmigt werden kann.

Die Einstellung der Verbraucher zur Insektenverarbeitung

Im Rahmen des Zulassungsverfahrens für die Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln ist es wichtig, die Einstellung der Verbraucher zu dieser Praxis zu untersuchen. Die Akzeptanz der Verbraucher für die Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg jeder neuen Produkteinführung. Wir müssen die Beweggründe und Bedenken der Verbraucher in Bezug auf den Verzehr von Insekten verstehen, um sie bestmöglich berücksichtigen zu können. Es sollte Marktforschung betrieben werden, um die Einstellungen, Präferenzen und Überzeugungen der Verbraucher in Bezug auf die Verarbeitung von Insekten in Lebensmitteln zu ermitteln. Dies wird die Entscheidungsfindung bei der Entwicklung des Produkts und der Kommunikation mit potenziellen Kunden erleichtern.

Der Bedarf an Ausbildung und Schulung für die Verarbeitung von Insekten

Um Insekten für den Verzehr sicher und angemessen zu verarbeiten, ist es unerlässlich, dass alle an diesem Prozess beteiligten Personen die dafür erforderliche Ausbildung und Schulung erhalten. Alle Mitarbeiter müssen zunächst die potenziellen Risiken verstehen, die mit der Verarbeitung von Insekten verbunden sind, und wissen, wie sie diese Risiken minimieren können. Dazu gehört das Erlernen der richtigen Handhabung und Lagerung von Insektenprodukten sowie der notwendigen Sicherheitsprotokolle. Darüber hinaus sollte das Personal auch über alle relevanten Vorschriften zur Verarbeitung von Insekten unterrichtet und in der ordnungsgemäßen Verwendung der verwendeten Geräte und Maschinen geschult werden. Und schließlich sollte eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung stattfinden, um sicherzustellen, dass das gesamte Personal über alle Änderungen und Entwicklungen im Bereich der Insektenverarbeitung auf dem Laufenden ist.

Die Vermarktung der Insektenverarbeitung als nachhaltige Nahrungsquelle.

Im Rahmen unseres Zulassungsverfahrens muss das Potenzial für die Vermarktung der Insektenverarbeitung als nachhaltige Nahrungsquelle berücksichtigt werden. Insekten sind reich an Proteinen, fettarm und enthalten essentielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralien. Das macht sie zu einer nährstoffreichen und nachhaltigen Nahrungsquelle. Insekten können auch zu Pulver, Mehl und Öl verarbeitet werden, was sie zu einer vielseitigen und praktischen Nahrungsquelle macht. Und schließlich können Insekten nachhaltig geerntet werden, was die Umweltauswirkungen der Nahrungsmittelproduktion verringert.

Die Zulassung von verarbeiteten Insekten in Lebensmitteln ein großer Schritt nach vorn in der nachhaltigen Lebensmittelindustrie ist. Sie sind ein wichtiger Teil der Bemühungen, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und nahrhafte, nachhaltige Proteinquellen für den menschlichen und tierischen Verzehr bereitzustellen.

Verarbeitete Insekten haben das Potenzial, einen Beitrag zur Bewältigung der globalen Nahrungsmittelkrise zu leisten, und haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie erschwinglich und einfach zu produzieren sind. Mit der richtigen Anleitung und den richtigen Vorschriften könnte diese neue Nahrungsquelle ein wirksames Instrument sein, um den Hunger in der Welt und die Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu bewältigen.

Lebensmittelzusatzstoffe

Nahezu alle Lebensmittel enthalten Zusatzstoffe

Das belegte Brötchen beim Bäcker. Das Mittagessen in der Kantine. Der Schokoriegel als kleiner Snack am Nachmittag. Das Abendessen zuhause mit der Familie. Über den Tag gesehen nehmen wir immer wieder verschiedene Lebensmittel zu uns. Was nahezu alle von ihnen gemeinsam haben? Sie enthalten oftmals Zusatzstoffe, so genannte Lebensmittelzusatzstoffe, welche dem Produkt – wie es die Bezeichnung bereits vermuten lässt – zusätzlich beigefügt wurden. Die Gründe hierfür sind vielfältig, zumeist werden sie dem Produkt jedoch hinzugefügt, um aus Sicht des Herstellers die Produkteigenschaften zu verbessern, das Produkt also beispielsweise länger haltbar zu machen oder den gewünschten Geschmack noch weiter zu verstärken.

Sind Lebensmittelzusatzstoffe schädlich?

Viele Menschen stellen sich die Frage, ob solche Zusatzstoffe in Lebensmitteln schädlich sind. Grundsätzlich wurden alle zurzeit zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin geprüft, bevor sie von den Produzenten verwendet werden durften. Wenn wir also Lebensmittel zu uns nehmen, die einen oder mehrere Zusatzstoffe beinhalten, stellt dies keine Gefahr für uns dar. Dennoch sollte man – wie immer, wenn es um das Thema Ernährung geht – darauf achten, dass man sich möglichst gesund und ausgewogen ernährt. Das ist deshalb wichtig, da jede Form von einseitiger Ernährung dazu führt, dass sowohl unser Körper als auch unsere Gesundheit dadurch negativ beeinträchtigt werden.

Kurzfristig ist oftmals Übergewicht die Folge, langfristig zudem auch Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Ähnliches. Mit anderen Worten: Prinzipiell sind Lebensmittelzusatzstoffe zwar unbedenklich, das kann sich jedoch schnell ändern, wenn man Lebensmittel, denen Zusatzstoffe beigefügt wurden, in größeren Mengen zu sich nimmt.

Ein Blick auf die in Lebensmitteln enthaltenen Zusatzstoffe

In der Europäischen Union (EU) sind zurzeit etwa 320 Zusatzstoffe für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen, in Staaten außerhalb der Europäischen Union können dagegen andere Regelungen gelten. Die Bezeichnung von Lebensmittelzusatzstoffen setzt sich wie folgt zusammen: Zuerst wird der Klassenname genannt, um eine erste Einteilung vorzunehmen, anschließend erfolgt entweder eine genauere Bezeichnung des Zusatzstoffes oder ein Code, der sich aus dem Buchstaben E und einer drei- oder vierstelligen Nummer zusammen setzt – letzteres ist nicht zuletzt auch deshalb sinnvoll, da die Zusatzstoffe häufig sehr lange Namen haben. Momentan sind Lebensmittelzusatzstoffe in folgende Kategorien unterteilt:

  • Farbstoffe: E 100 – E 180
  • Konservierungsstoffe: E 200 – E 297
  • Antioxidationsmittel und Säuerungsmittel: E 300 – E 385
  • Verdickungsmittel und Feuchthaltemittel: E 400 – E 495
  • Säuerungsmittel und andere: E 500 – E 586
  • Geschmacksverstärker: E 620 – E 650
  • Süßstoffe und andere: E 950 – E 1521

Wichtig ist jedoch, dass es sich hierbei nur um eine Momentaufnahme handelt. Schließlich macht die Entwicklung keine Pause, sodass man davon ausgehen kann, dass diese Liste in wenigen Jahren mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schon wieder deutlich länger sein wird als sie es heute ist.

Es gibt auch Ausnahmen: nicht jeder Zusatzstoff muss genannt werden

Wie so oft im Leben gibt es aber auch bei Lebensmittelzusatzstoffen die eine oder andere Ausnahme. So müssen zum Beispiel Zusatzstoffe, die nur während der Herstellung des Produktes eingesetzt werden, also kein Bestandteil des fertigen Produktes mehr sind, nicht angegeben werden. Ebenso muss bei Produkten, deren Verpackungsoberfläche eine Größe von 10 cm² nicht überschreitet, keine Auflistung erfolgen, welche Zusatzstoffe darin enthalten sind, da hierfür nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht. Ähnlich verhält es sich auch bei Lebensmitteln, die lose, sprich ohne eine Verpackung, angeboten werden. Die wohl am weitesten verbreiteten Beispiele dafür sind Backwaren in der Bäckerei oder Speisen, die man in der Kantine, an der Imbissbude oder im Restaurant erhält. An diesen Orten werden die beinhalteten Zusatzstoffe in der Regel auf Hinweistafeln und Schildern oder in der Speisekarte aufgeführt.

Ist es möglich, auf Lebensmittel ohne Zusatzstoffe zu verzichten?

Der eine oder andere stellt sich nun sicherlich die Frage, ob und wenn ja wie es möglich ist, weniger Lebensmittelzusatzstoffe zu sich zu nehmen. Möglichkeiten gibt es viele, letztlich hängt dies aber vor allem von der individuellen Ernährungsweise und vom Aufwand ab, den man hierfür auf sich nehmen möchte. Ein guter Weg ist, künftig weniger Fertiggerichte zu kaufen und stattdessen die einzelnen Lebensmittel zu erwerben, aus denen das gewünschte Gericht dann selbst zubereitet werden kann. Hierbei sollte man darauf achten, dass man möglichst frische Produkte aus der Region bezieht, die darüber hinaus noch nicht weiter verarbeitet sein sollten. Eine weitere Möglichkeit ist, sich für Bio-Produkte zu entscheiden, da diese generell nicht so viele Zusatzstoffe enthalten dürfen wie andere Lebensmittel. Weiterhin ist es ratsam, darauf zu achten, dass man nur selten Lebensmittel konsumiert, die Süßstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker beinhalten, nicht zuletzt auch deshalb, um den eigenen Körper nicht zu täuschen. Aber auch dann, wenn in den Lebensmitteln verschiedene Zusatzstoffe enthalten sind, ist es möglich, deren Auswirkungen gering zu halten. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man die entsprechenden Lebensmittel auf einer Kochplatte erhitzt, da sich durch die Hitze zum Teil die Zusammensetzung von Lebensmitteln verändert.

Der Lebensmittelhandel muss Allergene auszeichnen

Seit geraumer Zeit ist der Lebensmittelhandel dazu verpflichtet enthaltene Allergene in Lebensmitteln auszuzeichnen. Kommt vor allem den Verbrauchern zugute, die unter eine Lebensmittelallergie leiden. Bei solchen Personen können nämlich schon geringste Spuren von Allergenen für die Gesundheit gefährliche Symptome auslösen.

Beschreibungen auf der Packung sowie Informationen bezüglich Allergene bei unverpackter loser Ware, sind für Allergiker/innen bei der Kaufentscheidung von Vorteil. Nicht ganz so verständlich ist die Lage, wenn es um einen allgemeinen Hinweis geht, der auf eventuelle Spuren von allergenen Lebensmittel hinweist. Durch diese Maßnahme sichern sich Herstellerfirmen ab, die Hinweise sind allerdings bei Allergiker/innen umstritten und machen den Einkauf nicht unbedingt leichter.

Bekundungen auf der Verpackung

Betroffene Personen die unter Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, sind beim Kauf von Lebensmitteln auf zuverlässige Informationen über die Beschaffenheit der Lebensmittel angewiesen. Bei verpackten Lebensmitteln gibt es zwei Möglichkeiten der Information.

Diese sollten allerdings nicht verwechselt werden:

– Kennzeichnung von Allergenen – diese beinhaltet die Zutaten, welche zu den allermeisten Allergenen zählen. Dieser Hinweis ist Vorschrift für alle verpackten Lebensmittel. Allerdings sind auch bei losen Waren Aufzeichnungen dieser Art erforderlich.

– Hinweise auf Spuren für Allergiker, die aussagen, dass mögliche Kontamitationen mit Allergenen möglich sind. In diesem Fall lautet die Beschreiibung meistens “Kann Spuren von………….enthalten”.

In diesem Fall handelt es sich um eine freiwilige Bekanntmachung des Anbieters die nicht zwingend vorgeschrieben ist. Eine Zusatzliste dagegen ist verordnet, da mehr als 90 Prozent der Zutaten Lebensmittelunverträglichkeiten auslösen, daher kennzeichnungspflichtig:

– Glutenhaltiges Getreide – Weizen und verwandte Arten wie Dinkel, Roggen, Gerste etc.
Krebstiere
– Eier
Fisch
– Erdnüsse
– Soja
Milch und Produkte aus Milch, inklusive Laktose
– Nussarten wie Haselnüsse, Paranüsse und dergleichen
– Sulfite
– Weichtiere

Die Liste könnte endlos lang weitergeführt werden!

Liste von Zutaten mit bezeichnenden Allergenen

Erzeugnisse dieses Typs sowie Zutaten müssen in der Zutatenliste namentlich erwähnt werden, oder alternativ unübersehbar als “Weizen” oder “Erdnuss” und nicht als “glutenhaltiges Getreide” gekennzeichnet sein. Menschen, die kein Gluten konsumieren dürfen, sollten deshalb unbedingt sämtliche glutenhaltigen Getreidesorten kennen. Selbst wenn Allergene nur als Hilfsstoffe für Aromen zum Einsatz kommen, müssen sie Erwähnung finden.

Damit Allergiker allergene Bestandteile ohne Probleme in der Liste von Zutaten ausfindig machen können, werden diese extra kenntlich gemacht. Zum Beispiel kursiv, fett oder farbig wiedergegeben.
Bei Lebensmitteln wo kein Verzeichnis von Zutaten vorgeschrieben ist, sind Hinweise enthalten wie zum Beispiel “enthält, beinhaltet, ist belastet usw. Bei Wein ist in der Regel auf dem Etikett der Hinweis aufgebracht “enthält Sulfite”. Ergibt sich allerdings schon aus der Bezeichnung des Lebensmittels der Hinweis, dass Allergene enthalten sind, sind keinerlei weiteren Hinweise oder Angaben vorgeschrieben.
Typisches Beispiel dafür – Haselnusslikör enthält Haselnuss, weitere Hinweise unnötig.

Bloßlegung bei losen Produkten

Selbst bei loser Ware muss bei bestimmten Waren wie Back- und Fleischwaren Auskunft über Allergene erteilt werden. Vor allem in Gaststätten und Kantinen sollte dieser Aufforderung nachgegangen werden. Das ist unter anderem machbar durch Schilder auf den Lebensmitteln, anahnd eines Anschlages, auf Speise- und Getränkekarten oder im Preisaushang. Mündliche Auskünfte diesbezüglich sind ebenfalls möglich, allerdings sollte in diesem Fall durch ein Schild darauf hingewiesen werden. Nicht zu vergessen, dass in diesem Fall stets eine schriftliche Dokumentation vorhanden sein muss, die Verbraucher/innen jederzeit, auf Anfrage einsehen können.

Spurenhinweis mit dem Vermerk “Kann mit Spuren behaftet sein”

In Abweichung zur verordneten Kennzeichnung was Allergene angeht, handelt es sich bei dem extra “Hinweis auf Spuren” separat um Bestandteile, die nicht in Übereinstimmung mit der Rezeptur, sondern unbeabsichtigt durch Kontamination in die Lebensmittel gelangt sind.

Werden bei der Herstellung von Süßwaren Nüsse begegeben, so können durchaus auch davon Spuren in Lebensmitteln ankommen, die laut Rezept ohne Nüsse angerichtet werden, unter anderem in Vollmilchschokolade. In diesem Fall gebrauchen Unternehmen die Erklärung: “Kann Bestandteile von Nüssen enthalten”. Damit sind sie vor Haftungsansprüchen geschützt. In der Regel sind diese Angaben rechtlich nicht fix und so können vergleichbare Waren, trotz allem Verunreinigungen mit enthaltenen Allergenen aufweisen. Mitunter wird oftmals als reine Vorsichtsmaßnahme eine Liste erwähnenswerter Allergenspuren mit aufgenommen, die allerdings nicht auch darin enthalten sein müssen.

Wie laufen Prüfungen ab?

Zuständige Lebenmittelüberwachungsämter führen in gewissen Zeitabschnitten Stichproben durch, die Anzahl richtet sich dabei nach Höhe möglicher Risiken. Um das auszukundschaften werden Betriebe erfasst und in Risikokategorien unterteilt. Werden Probleme festgestellt, werden umgehend weitergehende Kontrollen ausgeführt , sowie wenn notwendig weitergehende Maßnahmen absolviert.

Solche Stichproben beziehungsweise Kontrollen werden von geschulten Lebensmittelchemikern und entsprechend geschulten Kontrolleuren durchgeführt. Diese zuständigen Personen entnehmen Proben und leiten diese weiter in Labors zur Analyse und Begutachtung. So werden Jahr für Jahr regelmäßig 400000 Proben untersucht und beurteilt. Die Art der Probe wird vom Gesetzgeber bestimmt, um gerichtsfeste Daten zu erlangen. Dabei werden die Proben auf mögliche Keime untersucht, beanstandete Produkte umgehend aus dem Handel entfernt. Genauso werden auch Auszeichnungen und Deklarationen auf ihre Richtigkeit hin überprüft.

Mögliche zu erwartende Strafen

Wer gegen die Hinweispflicht bezüglich Auszeichnung von Allergenen verstößt, der muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Während es bei einem einmaligem Verstoß oft bei einer Ermahnung bleibt, kann es im Wiederholungsfall ein teurer Spaß werden. Sind mit Allergene enthaltene Waren nicht dementsprechend deklariert und ein Konsument nimmt gesundheitlichen Schaden, kann diese Ordnungswidrigkeit mehrere tausend Euro Geldstrafe bedeuten. Bei mehrmaligen Verstößen ist unter Umständen, bei ernsthafter gesundheitlicher Beeinträchtigung von Personen, eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren im Bereich des möglichen.

Fazit: Es liegt im Interesse von Personen die keine Allergene vertragen, als auch im Interesse von Lebensmittelherstellern, dass auf eine korrekte Auszeichnung diesbezüglich Wert gelegt wird. Laut Einschätzung der Verbraucherzentrale ist die vorgeschriebene Kennzeichnung von Allergenen bei verpackten und losen Produkten eine gute Sache und überaus wichtiger Hinweis für Menschen die unter Lebensmittelunverträglichkeit leiden.

Bei losen Artikeln dieser Art ist eine mündliche Auskunft darüber vollkommen ausreichend. Allerdings sollte in solch einem Fall stets eine Dokumentation zur Verfügung stehen und Kunden/innen auf Wunsch Einsicht erhalten können.

Von dieser Möglichkeit machen allerdings wenige Verbraucher Gebrauch. Daher sollte die mündliche Auskunft genauso zuverlässig sein, wie ein schriftlicher Hinweis, wenn es Lebensmittel betrifft. Auch sollte zuständiges Personal dementsprechend Erfahrung besitzen und geschult sein. Ziel ist es letztendlich, dass Kunden gefahren- und bedenkenlos Lebensmittel einkaufen und auch genießen können. Nur zufriedene Kunden bleiben Ihrem Lebensmittelhändler treu und sorgen für dessen Zukunft.

Schweinezucht in Deutschland

Nach neusten Erkenntnissen wurde in einer Schweinezucht in Rinkerode dramatische Zustände festgestellt. Dies scheint kein Einzelfall in der deutschen Schweinezucht zu sein. Verstöße gegen die Tierschutz-Nutzerverordnung und hygienische Regelungen sind an der Tagesordnung. Wir berichteten bereits über kranke Nutztiere und dem Massenschreddern von Küken. Resultat hier: 13 Millionen Schweine sterben jährlich an den Folgen der Zustände.

Am letzten Mittwoch in einer Abendreportage bei SternTV vom Sender RTL wurde ein Bericht über einen Schweinezuchtbetrieb in Rinkerode veröffentlicht. Mit Hilfe von Aktivisten und Youtubern wurde bereits über einen längeren Zeitrahmen Videomaterial zusammen gestellt und die Zustände dokumentiert.

Gordon Prox und Aljosha Muttardi sind Youtuber und sind mit dem Kanal „Vegan ist ungesund“ bekannt. Die beiden Männer, die sonst ihre Aufklärung über pflanzliche Ernährung auf witzige Weise vorantreiben, bleiben in der Dokumentation über den Scheinezuchtbetrieb deutlich nüchterner und trockener.

Im Video zu sehen sind dramatische Zustände, verletzte sowie sterbende Schweine und unzählige tote Tiere, die im Gebäude und Mülltonnen herumliegen. Schockierend dabei die hygienischen Zustände, der Einsatz von massenhaften Antibiotika und Strichlisten über tote Tiere. Pro Woche werden aktiv 70 Schweine getötet. Verletzte Schweine werden dabei augenscheinlich nicht tierärztlich versorgt. Das deutsche Tierschutzbüro spricht hier über gesetzeswidrige Praktiken, die im Video aus versteckten Kameras zusammen getragen wurde.

“In dem Betrieb haben die Mitarbeiter offenbar jeden Respekt vor den Lebewesen verloren” so schildert empört Pfeifer, Vorstandsvorsitzender des deutschen Tierschutzbüros. Zahlreiche Schweine werden getreten, gestoßen, geschlagen, geworfen und bespuckt. Tote Tiere werden achtlos auf Fusswegen liegen gelassen.

Kastenstand soll legalisiert werden

Die vorgefundende Sauenhaltung im Kastenstand verstößt gegen die Tierschutz-Nuterverordnung. Das Bundesamtwirtschaftsministerium beabsichtigt diese Kastenhaltung zu legalisieren, jedoch ist die Verordnung noch nicht in Kraft gesetzt worden. Die vorgefundende Haltung in Rinkerode ist damitgesetzeswirdig.

Die Staatsanwalt ermittelt

Vom deutschen Tierschutzbüro wurde nun Strafanzeige erstattet und das Landesministerium in Düsseldorf informiert. Es drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro. Das Schweinzuchtbetrieb darf zwischenzeitich unter Kontrollen des Veterinäramtes die Arbeit weiter führen.

Repräsentatives Beispiel

„Ich bin mittlerweile der traurigen Auffassung, dass diese Bilder durchaus repräsentativ sein können für deutsche Schweinehaltung“, sagte ein Tierschutzbeauftragter. Um die quälerische Massentierhaltung nicht zu unterstützen, sollte man also vor allem eines tun: Weniger oder gar kein Fleisch essen. Und wenn es doch einmal Fleisch sein soll, dann nur in Bio-Qualität. Das gilt auch für andere tierische Produkte wie Milch, Eier oder Käse. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sollte in Betracht gezogen werden. Dabei unterstützt die Ernährungspyramide, die es auch in einer vegetarischen und veganen Version gibt und sicher stellt, dass sämtliche Stufen in der Nahrungsaufnahme berücksichtigt werden.

Laut WHO sterben 400.000 Menschen weltweit an verdorbenen Lebensmitteln

Ernüchternde Fakten, die am ersten internationalen Tag der Lebensmittelsicherheit durch die WHO präsentiert werden. Nach deren Angaben sterben rund 400.000 Menschen weltweit an verdorbenen Lebensmitteln, die durch Keime, Bakterien oder chemischen Substanzen belastet sind. Die Anzahl der Personen, die durch den Verzehr von belasteten Lebensmitteln erkranken, ist weitaus höher. Die ermittelten Daten sind im Grunde jedoch nur die “Spitze des Eisbergs“. Eine Lebensmittelvergiftung tritt schnell ein. ( Querverweis: Lebensmittelvergiftung: Symtome, Hausmittel und Vorbeugung )

Aufklärung und Bewusstseinsstärkung

Das Bewusstsein von verdorbenen Lebensmitteln muss bei Regierungen, Produzenten, Frachtführern und Verbrauchern gestärkt werden. Die globale Zusammenarbeit und Lebensmittelproduktion erfordert eine Sensibilisierung der Thematik  in allen Bereichen. „Vom Bauernhof bis zum Teller“ müssen alle Beteiligten mithelfen, saubere Nahrung den Konsumenten bereitstellen zu können, so stellt Chef der WHO Adhanom Ghebreyesus klar.

Einsparungen durch Aufklärung möglich

Jeder investierte Euro in die Aufklärung und Vermeidung von verdorbenen Lebensmitteln führt im Endeffekt zu einer Einsparung von Krankheits- und Ausfallkosten. So werden die Ausfälle in den Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen auf 95 Milliarden Dollar pro Jahr beziffert.

Fazit:

Die Aufklärung und das notwenige Erinnern an die Problematik sind schon längst überfällig. Weiter müssen entsprechende Sicherheitssysteme bei der Lebensmittelproduktion implementiert werden, die auf Regierungsebene beschlossen werden müssen.

Nutri-Score Kennzeichnung

Immer mehr Länder in Europa führen die farbliche Nutri-Score Kennzeichnung ein. Diese sollen dem Konsumenten deutlich signalisieren, welche Lebensmittel ungesund sind. Dies soll eine nötige Transparenz schaffen, gegen gesundheitliche Folgebeeinträchtigungen und Fettleibigkeit durch ungesunde Lebensmitteln.

Die Farbcodierung, die von Verbraucherverbänden, medizinischen Verbänden und Krankenkassen gefordert wird, stößt bei Ernährungsministerin Julia Klöckner auf Ablehnung. Die vereinfachte Farbcodierung von Zucker, Salz und anderen Rohstoffen sei nach Ihrer Auffassung irreführend. So müsste durchaus frisch gepresster Orangensaft aufgrund des Zuckergehaltes mit roter Kennzeichnung deklariert werden, neben den Light-Softgetränken, die eine grüne Etikettierung erhalten würden. Das Naturprodukt würde neben dem industriell hergestelltem Getränk somit im direkten Vergleich ungesünder erscheinen.

Sie argumentiert in klaren Worten: „ Was wir brauchen ist eine Gesamtstrategie zur Kalorienreduzierung“. Dabei ist es verkehrt, einzelne Rohstoffe als Sündenbock für schlechte oder ungesunde Ernährung herauszupicken. Gemäß Koalitionsvertrag soll bis Sommer nächsten Jahres das System der Nährwertkennzeichnung weiterentwickelt sein. Dabei können durchaus Inhaltsstoffe der Lebensmittel in vereinfachter Form visuell dargestellt werden.

Fazit: Wir benötigen eine klares System, sowie transparente und verständliche Kennzeichnung der Verpackungen und Lebensmittel, um die hohen Belastungen durch ernährungsbedingte, nicht übertragbare Krankheiten und Fettleibigkeit in der Europäischen Union zu reduzieren.

Kranke Nutztiere: Fast jedes vierte Lebensmittel betroffen

Nach wissenschaftlichen Studien und Mitteilungen von Organisationen wie Foodwatch und Greenpeace stammt ein Viertel der tierischen Erzeugnisse von kranken Tieren, die vermeidbar gewesen wären.

Die erarbeitete Tierwohlkennzeichnung unserer Ministerin Klöckner reicht für eine transparente Kennzeichnung nicht aus, da diese lediglich die Mindeststandards für die Haltungsbedingungen, nicht aber den gesundheitlichen Status der Nutztiere wiedergeben. Nötig ist ein Bundesweites und betriebsgenaues Register für die Dokumentation der Gesundheit unserer Tiere.

Bis zu 90 Prozent der Milchkühe erkranken durchschnittlich einmal pro Jahr

Lungen und Gelenkerkrankungen, Stoffwechsel-Störungen oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen am Euter und Klauen sind die Regel. Zudem kommen Knochenbrüche bei Legehennen hinzu, die bei einer entsprechend besseren Haltung vermeidbar gewesen wäre.

Rechtliche Konsequenzen für Betriebe mit mangelnder Tiergesundheit

Das für das Tierwohl und deren Gesundheit bereits beim Erzeuger einiges getan werden kann, ist unumstritten. Aus diesem Grund fordern die Organisationen rechtliche Konsequenzen für Betriebe, die schlechte Zustände aufweisen, aber auch im Gegenzug finanzielle Belohnung, wenn die Gesundheit der Tiere im hohen Maß langfristig sichergestellt wird.

Trockenheit in Deutschland – Lebensmittelpreise werden im Laufe des Jahres steigen

“Wenn weiterhin kein Regen fällt, dann könnte sich die Lage dramatisch zuspitzen” so die Information vom Branchenverband BOGK und gleichzeitige Ankündigung, das die Preise der Kartoffeln steigen werden. Insbesondere verarbeitete Produkte wie Chips, Fritten und Kartoffeltaschen, die besonders ausgeprägte Kartoffelknollen benötigen, sind davon betroffen.

Der Verband schließt allgemeine Preissteigerung im Zuge der Ernteausfälle nicht aus, die sich am Prozentsatz der Ausfälle orientieren wird. Sobald die Lagerbestände von Gemüse ausgeschöpft sind, werden die Preissteigerungen wohl voraussichtlich im Herbst diesen Jahres im Supermarkt ersichtlich sein. Hier sind zudem Herbstgemüse wie Bohnen und Erbsen betroffen, die einen entsprechenden Niederschlag zur Entfaltung benötigen.

In unseren direkten Nachbarländern sieht die Lage nicht viel anders aus. So ist die andauernde Hitze auch dort deutlich in der Ernte ersichtlich. Ein Import der Güter aus den Nachbarländern stellt keine sinnvolle Option dar.

Höhere Preise auch in der Milchindustrie zu erwarten

Aufgrund zurückgehender Mengen und finanziellen Engpässen, weil unsere Landwirte Futtermittel nachkaufen müssen, steigen die Milchpreise in aller voraussicht ebenfalls an.

Bei einem Durchschnittsverbraucher, der täglich Milch trinkt, wäre das ein geschätzter Verlust von 3 Euro im Geldbeutel je Monat.

Weinerzeugnisse profitieren von der Wärme

Im Gegenzug zu den schlechten Resultaten der Landwirte, profitieren unsere Winzer von den exzellenten Bedingungen für die Weinberge. Gerade ältere Rebstöcke reichen meist bis tief in die Erde hinein, sodass die Wasserreserven angezapft werden können. Aufgrund der Wärme in Deutschland, ist die Reifeentwicklung sehr fortgeschritten, sodass die Hauptlese früher beginnen kann. Zwar dürfen wir hier keine Preissenkung im Handel erwarten – jedoch dürften jegliche Preissteigerungen unwahrscheinlich erscheinen.

Lebensmittelverlust im Handel

Jeden Tag werden Lebensmittel in die Mülltonne entsorgt. Ob beim Konsumenten selber, beim Lebensmittelhandel oder bei der Sortierung in der Herstellung unserer Nahrung. DIe Berge und Tonnen von Lebensmitteln, die dem Müll zugeführt werden, sind unumstritten in den letzten Jahren gestiegen.

Das sinnlose Wegwerfen der Lebensmittel soll nun auf politischer Ebene eingedämmt werden. Im Durchschnitt wirft jeder Konsument ca. 82 Kilogramm an Lebensmittel in die Biotonne. In Deutschland sind das nun mehr als 10 Millionen Tonnen jährlich. Um dieser Herausforderung final gerecht zu werden, müssen alle Beteiligten sensibilisiert und in die Pläne mit eingebunden werden. So sind Hersteller, Händler und Industrie ebenso in der Verantwortung wie der eigentliche Konsument.

Die Sensibilisierung zur täglichen Lebensmittelverschwendung

Wichtig in diesem Zug ist die Bildung des Bewusstseins zu dieser Thematik. Die Verantwortung liegt bereits bei den Konsumenten. So sollen Kinder im Schulalter bereits auf die sinnlose Wegwerfmentalität sensibilisiert werden. Weiter muss das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel überdacht werden.

Viele Lebensmittel sind essbar auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Der Irrglaube vieler Konsumenten, das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet gleichzusetzen mit einem Wegwerfdatum, da die Ware nicht mehr für den Verzehr geeignet ist, ist vorhanden. Doch das Mindesthaltbarkeitsdatum ist lediglich eine Orientierungshilfe für den Verbraucher. Die Lebensmittel sind auch nach dem Datum häufig uneingeschränkt genießbar.
Lebensmittelverlust im Handel

Nach sorgfältigen Analysen über Lebensmittelabfälle im Handel kann nach Angabe des Handelsverbandes von einer geringen Verlustmenge gesprochen werden. So liegt der Anteil an unverkäuflichen Artikeln, die verdorben, beschädigt oder vom Verderb gefährdet sind, bei etwa 1,1 Prozent des Warenwertes aller bezogenen Produkten. Dies wiederum entspricht einem berechnetem Verlust von etwa 310.000 Tonnen jährlich im Lebensmittelhandel.

Verseuchte Eier – das Fipronil-Desaster

Rührei, Omelett oder das klassisch hart gekochte Ei – ein beliebtes Nahrungsmittel auf deutschen Frühstückstischen. Doch viele Landwirte nutzen das schädliche Fipronil als Schädlingsbekämpfungsmittel mit gefährlichem Ausmaß.

In den letzten Jahren ist die Zunahme der Missstände zum fragwürdigen Einsatz des Insektizid Fipronil festgestellt worden. Auch in Zukunft könnten entsprechende Unstimmigkeiten auftreten und zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung führen.

Für Umweltschützer und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ist klar, dass es sich um tiefgründige Missstände und langfristiger Probleme handelt. Die Versuchung der Landwirte, auf günstige aber kritische Mitteln zurück zu greifen, ist groß. Zudem spielt die Komplexität der Lebensmittelerzeugung eine tragende Rolle. Nicht selten werden Fremdunternehmer für die Saison hinzugezogen oder für Teilaufgaben beauftragt.

Der Verbraucher ist verunsichert – darf ich noch Eier konsumieren?

Die auftretenden Skandale verunsichern Verbraucher, denn über die Auswirkungen ist relativ wenig bekannt. Fipronil hat jedoch einige gefährliche Eigenschaften und kann sich unter Umständen in das menschliche Gewebe einlagern.

Nach Expertenmeinung und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestehe keinen Grund für eine gesundheitliche Panik, sofern die Grenzwerte nicht überschritten werden.

Hier müsse man bereits als Erwachsener sieben Eier am Tag aus einer höchst belasteten Charge konsumieren, dass praktisch unmöglich erscheint. Für Kinder fallen die Werte geringer aus.

Fipronil führt nach Angaben weder zu Reizungen der Augen oder Haut, noch löe es allergische Reaktionen aus. Weiter ist nach aktuellem Kenntnisstand weder DNA-gefährdend, noch krebserregend.

Dennoch: Das Kontaktgift hat durch seine Temperaturbeständigkeit die Eigenart, dass dieser beim Kochen oder Braten nicht zerfällt. So ist das Schädlingsmittel gegen Läuse, Milben und Parasiten zudem nicht bei Nutztieren anzuwenden, die für den Verzehr gedacht sind.

Bei regelmäßigem Verzehr kann sich das Insektizid im Körper ansammeln, dass nur über die Galle ausscheiden lässt.

Der Lebensmittelhandel reagiert schleppend

In allen Bundesländern sind verseuchte Eier aufgefunden worden. Das ist nicht verwunderlich, denn der Bedarf an Eiern wird aus Importen der Nachbarländer sichergestellt. So sind wohl insgesamt über zehn Millionen belastete Eier aus den Niederlande in die Regale der Supermärkte gelangt.

Der Lebensmittelhandel ist sehr komplex und schwer einzuschätzen, zudem brodelt es an allen Ecken und Kanten.

Konsumenten können beim Discounter Aldi vorzeigbar die Eier zurückgeben, die als einzigste Kette die Möglichkeit offeriert. Andere Mitbewerber fordern Garantien und Laborergebnisse, um der Lebensmittelsicherheit entgegen zu kommen.

Gentechnik freie Lebensmittel – Umsätze & Kennzeichnung

Wer in den regulären Supermarkt seine Einkäufe für den täglichen Bedarf erledigt, stolpert zwangsläufig über gentechnisch manipulierte Lebensmittel. Gentechnik manipulierte Lebensmittel müssen nach EU-Recht gekennzeichnet werden, sofern Bestandteile aus einem gentechnisch veränderten Produkt stammen. Diese Kennzeichnung soll den Verbrauchern die notwendige Klarheit verschaffen.

In diesem Zuge wird parallel die Kennzeichnung kritisiert, da Futtermittel, die gentechnischen verändert wurde und den Tieren zugeführt werden, nicht dieser Regelung betreffen.

Der Lebensmittelhandel hat mit dem “Ohne GenTechnik”-Siegel einen Wachstum in den letzten Jahren gespürt. Der Verbraucher wünscht mehr gentechnikfreie Lebensmittel im Handel.

Das Milliardengeschäft mit Gentechnik freien Lebensmittel

Die Entwicklung erfreut nicht nur dem Verbraucher, denn hinter dem Siegel verbirgt sich ein lukratives Geschäft für Lebensmittelhersteller und dem Lebensmittelhandel.

So wurden im letzten Jahr fast 5,5 Milliarden Euro umgesetzt, insbesondere mit Milchprodukten, Geflügelfleisch und Eiern. Die Prognose für das Jahr 2018 geht an die sieben Milliarden Euro Umsatz, dass die Hersteller erwirtschaften werden.

Kennzeichnung und Transparenz

Dem Siegel wird viel Vertrauen ausgesprochen. Jedoch bedeutet das für den Endverbraucher auch gleichzeitig höhere Ausgaben für Lebensmittel um etwa 20 Prozent.

Seit 2009 existiert das staatliche Siegel offiziell und kann von Lebensmittelherstellern beantragt werden. Da beispielhaft die Futtermittel-Manipulation nicht durch das Siegel reguliert wird, ist der Hinweis “ohne Gentechnik” zwar ein erster Anfang für Lebensmittel, bietet jedoch keine vollumfängliche Transparenz in der Herstellung.

Eine umfassende Information über den Einsatz von Gentechnik leistet das Siegel aufgrund von Ausnahmen und Fehlern bei den Kennzeichnungsregeln derzeit nicht, so ist jedoch zumindest ein Anhaltspunkt erkennbar.

Die Beantragung und Verwendung des staatlichen Siegels ist freiwillig. In den letzten Jahren steigt die Zahl der Hersteller zwar kontinuierlich, doch verhältnismäßig auf geringem Niveau. Aus diesem Grund fordern Verbraucherschützer eine Pflichtangabe “Mit-Gentechnik” auf den entsprechenden Lebensmitteln, die Zuverlässig den Verbraucher informiert.

PESTIZIDE – Chemikalien im Obst

Der Einkauf im Supermarkt ist durch ein ausgeklügeltes System vordefiniert. So schlendert man zwangsläufig auch beim Kauf von Lebensmitteln an der Süßwarenabteilung und dem Obststand vorbei.

Gesund soll es ja sein, sodass man beherzigt zu den Äpfeln, Birnen und Bananen greift, die mehr oder minder bereits für den Verzehr gereift sind. Doch in einigen Obstsorten verbergen sich Schadstoffe, die man den leckeren Früchten nicht ansieht.

Die Auswahl an Obstsorten ist im Lebensmittelhandel schlicht gigantisch. Für einen abwechslungsreichen Tag gehören die Früchte zu einer gesunden Ernährung dazu.

Doch oft sind die Lebensmittel hier an der Stelle von gesundheitsschädlichen und unerwünschten Stoffen belastet. Pestizide, die beim Anbau verwendet werden, werden zwar durch nationale Gesetze geregelt, doch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit findet regelmäßig Rückstände von Pestiziden im Labor.

Nach einer Auswertung von Obst und Gemüsesorten waren zum Stand 2016 nur ein Drittel der Proben Rückstandsfrei. Mit einem Anteil von knapp drei Prozent zudem über das erlaubte Limit an Schadstoffen hinaus, darunter auch das umstrittene Glyphosat.

Diese Obstsorten sind besonders belastet

Leider irrt sich der Verbraucher, wenn dieser der Annahme ist, dass es sich um vereinzelte Giftstoffe handelt, um den Schädlingen zu Leibe zu rücken. Ganze Gift-Cocktails werden angewandt und auf die Ost, sowie Gemüsesorten gespritzt. So wurden bei Himbeeren und Johannisbeeren erschreckenderweise bis zu 24 unterschiedliche Schadstoffrückstände festgestellt.

Die mehrfach belasteten Lebensmitteln sind Himbeeren, Johannisbeeren, Grapefruit und Trauben, sowie Pfirsiche, Erdbeeren und Mandarinen. Gefolgt von Kirschen, Aprikosen und Birnen ist die Bilanz nicht gerade vorzeigbar.

Auch Öko-Landwirtschaft betroffen

Nicht nur die konventionelle Landwirtschaft ist von den verschiedenen Schadstoffbelastungen betroffen. Auch in der Öko-Landwirtschaft konnten Belastungen durch Schadstoffe festgestellt werden. Hier zwar nur im anteiligen Bereich von etwa 30 Prozent, jedoch aus Sicht von Konsumenten und dem Lebensmittelhandel recht hoch.

Zu den gefundenen Rückständen gehören auch Stoffe, die schon seit Jahren verboten worden sind und sich weiterhin in den Äckern der Landwirte befinden. So etwa das Insektizid DDT oder andere Altlasten, die den Boden beherbergen.

Weiter sind benachbarte Bio-Bauern von den konventionellen Landwirten betroffen, denn die Chemikalien gelangen durch Wind und Wetter ebenfalls auf die Öko-Felder.

Unser Schlusswort zu Pestiziden in der Landwirtschaft:

Obst und Gemüse ist Gesund und darf nicht in der Ernährung fehlen. Wünschenswert ist eine einheitliche Regulierung und Verbot von Schadstoffen, um die Belastungen weiter zu minimieren und auszuschließen. Ein wirtschaftlicher Grund darf nicht ausschlaggebend sein, dass die Gesundheit der Konsumenten durch Pestizide gefährdet wird.

Nachhaltiger Fischfang – Das MSC-Zertifizierungsprogramm steht in der Kritik

Seit 1997 existiert die MSC Zertifizierung ( das blau-weiße Siegel ) und soll die Lösung auf das globale Problem der Überfischerung bieten. Die unabhängige und gemeinnützige Organisation ist als weltweit anerkannte Zertifizierungsstelle bekannt, dass für nachhaltige Fischerei sorgen soll. Für den Verbraucher symbolisiert dieses Zertifikat zudem den ökologisch einwandfreien und qualitätsbewussten Fischfang.

Das Nachhaltigkeitssiegel allerdings kein Garant für verantwortungsvollen und umweltschonenden Fischfang darstellen, verdeutlichen erneut aktuelle Berichte und kritische Stimmen. Es fehlt an  mangelnde Umsetzung und Kontrolle – so ist zudem von Bestechungsversuchen die Rede.

Bewertung durch die NON-Profit Organisation MSC

Nachhaltige Fischerei bedeutet für den MSC, dass Fanggeräte umweltverträglich eingesetzt und Fischbestände verantwortungsvoll genutzt werden. Dies spiegelt auch die öffentliche Meinung und die Grundhaltung einer solchen Zertifizierung wieder.

Für die Einhaltung der Anforderungen stehen unabhängige Gutachter zur Verfügung, die entsprechende Kontrollen durchführen. Die Messlate wird nach Angaben von MSC stetig gesteigert, zudem werden neue Zertifizierungskriterien regelmäßig erarbeitet.
Bei einer erfolgreichen zertifizierung gilt das MSC-Zertifikat einer Fischerei für fünf Jahre, das Zertifikat für Unternehmen der Lieferkette drei Jahre. Nachfolgeuntersuchungen sollen sicherstellen, dass das Unternehmen weiterhin den Anforderungen gerecht wird.
Das MSC Programm schließt sowohl kleine als auch große Fischereien ein. Nachhaltigkeit ist nicht abhängig von Größe.

Den Vorwürfen entsprechend merkt MSC an, dass es zwar Bestechungsversuche gibt, aber es sei nie nachweisbar gewesen, dass Bestechungsgeld auch angenommen wurden.  Die MSC ist eine NON-Profit Organisation und arbeitet mit Industrie, Einzelhandel, Wissenschaft, Politik und Umweltorganisationen gleichermaßen zusammen.

Jedes Jahr sterben Zehntausende Haie, Meeresschildkröten und hunderte Delfine

Greenpeace beklagt parallel, dass selbst Fischereien mit hoher Beifangrate mitunter zehntausenden Haien und Meeresschildkröten, das Siegel erhalten würde. Ehemaliger Mitbegründer des Ökosiegels Daniel Pauly formuliert seine derzeitige und abschätzende Ablehnung so: „Die MSC-Leute sind auf die dunkle Seite gewechselt, ganz und gar.“

Von einer ökologisch orientierten Fischerrei kann weiter nicht gesprochen werden, wenn aggressive Methoden beim Fischfang angewendet werden. Riesige, schwerlastige Netze pflügen dabei regelrecht den Meeresboden um und zerquetschen alles unter sich, was Ihnen in den Weg kommt. Eine kritische Fernsehreportage der ARD stellt die Zertifizierung weiter deutlich in Frage. Es werden umfassende Kontrollen der EU-Fischereien gefordert.

Eine ausführliche Stellungsnahme von MSC zu der ARD Reportage und Vorwürfen “Das Geschäft mit dem Fischsiegel” vom 23 April 2018 ist war hier zu finden: https://20.msc.org/de/presse/stellungnahmen/das-geschaeft-mit-dem-fischsiegel

Unser Schlusswort

Zertifizierungen und Gütesiegel sollen Transparenz und Vertrauen fördern. Dafür müssen alle Stellschrauben sitzen und Kriterien für eine angemessene Beurteilung vorhanden sein. Inwiefern das MSC – Zertifikat den notwendigen Rahmen schafft, lässt sich nur mit tiefgründiger Sichtung klären.

Das Fischfang ein lukratives Geschäft ist und Fischbestände nicht “tot gestreichelt” werden, sollte jedem Verbraucher bewusst sein, wenn dieser die Fischtheke aufsucht. Unternehmen wie Costa, Iglo und Dr. Oetker halten weiterhin an der MSC Zertifizierung fest – nicht uneigennützig, denn die Zertifizierung ist durchaus auch ein passables Marketinginstrument.

Scroll to top