Selbstversorger: Lebensmittel aus dem Garten

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Lebensmittel aus dem eigenen Garten – ein Traum, der das gesunde Leben mit der Idee der Rückkehr zur Natur verbindet. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich angesichts von Versorgungskrisen oder Lebensmittelskandalen für einen Selbstversorger-Garten. Damit ein solches Projekt gelingt, ist allerdings zuvor ein wenig Planung erforderlich.

Lieferengpässe & Hamstern im Lebensmittelhandel

Die Corona-Pandemie brachte es an den Tag: Vermeintlich vollständig zivilisierte Zeitgenossen werden im Einzelhandel zu Berserkern, sobald die Verknappung von Nudeln oder Toilettenpapier droht – oder auch nur zu drohen scheint. Oft sind es nicht einmal wirkliche Engpässe, sondern das Hamstern selbst, das Probleme schafft. Erläutert wurde dies sehr anschaulich durch die Mechanismen hinter den Toilettenpapier-Ausfällen während der ersten Lockdowns. Tatsächlich war gar keine Verknappung in Sicht. Doch der Ansturm auf die Regale löste selbst bei besonnenen Kunden Panik aus. Um die erhöhte Nachfrage zu bedienen, fuhren viele Unternehmen ihre Produktion herauf. Da nun aber zahlreiche bundesdeutsche Haushalte noch immer auf ihren Vorrats-Rollen sitzen, machen die Hersteller nach dem Abflachen der Welle keine Umsätze mehr, geraten in Schwierigkeiten und müssen teilweise sogar Personal entlassen. Steigt der Bedarf dann erneut, ist tatsächlich zunächst ein Engpass vorhanden. Man stelle sich vor, es käme zu einem Kartoffel-Hype…Mit einem Selbstversorger-Garten kann man zumindest die wichtigsten Lebensmittel selbst anbauen und den Lebensmittelhandel damit entlasten.

Permakultur: Vorteile und Möglichkeiten

Aus dem Begriff der „permanent agricultur“ entstand das Kofferwort Permakultur. Gemeint ist nichts anderes als Kreislaufwirtschaft im Garten, also ein System, bei dem die einzelnen Bestandteile einander unterstützen, nichts weggeworfen und alles wiederverwendet wird. Fruchtwechsel und die perfekte Ausnutzung der Fläche gehören ebenso zur Permakultur wie biologische Anbautechniken, der Einsatz von Nützlingen und vielfältige Funktionen eines jeden Elements.

Dabei hat alles seine Funktion – Hauswände als Rankhilfen und Sonnenfänger, Teiche, die Lebensraum und Wasserreservoir sind. Ein Teil eines solchen Gartens sollte der Natur vorbehalten bleiben und weder gedüngt noch bewirtschaftet werden. Mit gezielter Permakultur lässt sich abwechslungsreich und naturnah auf kleinster Fläche wirtschaften und leben.

Der Plan zum Selbstversorger

Damit der Selbstversorger-Garten gelingt, muss zunächst die Fläche berechnet werden. Die liegt pro Person bei 100m², also einem Areal mit den Abmessungen von zehn mal zehn Metern – mal der Anzahl der Personen im Haushalt. Umgekehrt verdeutlicht diese Rechnung, dass bereits ein Schrebergarten sehr wohl als Selbstversorger-Garten gestaltet werden kann. Wichtig ist, dass die bevorzugten Obst- und Gemüsesorten, die sich im heimischen Garten wohlfühlen, ebenso vertreten sind wie Kräuter, die später beim Einlegen und Kochen zum Einsatz kommen können. Ganz versierte Gärtner ergänzen ihre Gartenplanung um einige Hühner oder Kaninchen. Selbst wer das Federvieh nicht in den Topf geben will, schätzt es als Gesellschaft und Resteverwerter. Auch Honigbienen kann man im eigenen Garten halten, sollte sich aber vorher der Zustimmung der Nachbarn vergewissern.

Grundnahrungsmittel im Garten anpflanzen – diese Lebensmittel & Kräuter sind sehr beliebt

Eins vorweg: Nicht jedes Jahr gelingt der Anbau bestimmter Arten genau so gut wie im Vorjahr – die Wetterbedingungen und die Sonneneinstrahlung spielen eine wichtige Rolle beim Erfolg. Doch in einem Selbstversorger-Garten lässt sich viel realisieren, vor allem, wenn man ein kleines Gewächshaus einplant.

Obstbäume aus heimischen Breiten sind Apfel und Birne, Kirsche und Quitte – ihre Früchte können eingelagert, aber auch verarbeitet werden, ebenso wie beliebte Beerenfrüchte. Populär sind auch Tomaten, die sich leicht einkochen lassen – zusammen mit selbst gezogenem Majoran und Oregano. Auch Kürbis, Zucchini und Gurken sind dankbare Gartenpflanzen, ebenso wie zahlreiche Kohlarten, Rüben und Kohlrabi, Spinat, Mangold und verschiedene Blattgemüse und Salate. Ein bisschen anspruchsvoller sind Kartoffeln, doch wer geeigneten, sandigen Boden im Garten hat und sich auf die typisch deutsche Knolle einlässt, kann sich den Ernteerfolg erarbeiten. Wer Glück hat, darf einen Nussbaum, einen Haselnussstrauch oder eine Esskastanie sein eigen nennen – die Bäume zu pflanzen, braucht viel Geduld, denn sie tragen erst nach einigen Jahren Früchte.  

Fazit Selbstversorgung im Garten

Selbstversorgung im Garten ist machbar – mit ein bisschen Übung verbessert sich dadurch die gesamte Ernährung und Lebensqualität. Ein Nebeneffekt beim Selbstversorger-Garten ist, dass man für das, was auf dem Teller landet, wirklich etwas tun muss. Das sorgt für ein anderes Verhältnis zu Lebensmitteln, tut körperlich gut und hält fit. Das Leben in einem solchen Garten ist durch den Rhythmus der Jahreszeiten vorgegeben und lässt selbst Städter rasch wieder zu einem höheren Maß an Gelassenheit zurückfinden.