Nachhaltige Veränderung des Einkaufsverhaltens

nach Corona

Typischerweise kaufen deutsche Verbraucher bisher ihre Lebensmittel fast ausschließlich beim Discouter oder beim örtlichen Supermarkt. Der Boom im Online-Lebensmittelhandel hat auf sich warten lassen. Doch die Zeit mit und nach Corona könnte die Wende bringen.

Der Onlinehandel verspürt derzeit eine Zunahme von Bestellungen von frischen Nahrungsmitteln, aber auch haltbare Konserven und andere Randprodukte werden häufiger in den virtuellen Warenkorb gelegt. Insbesondere ältere Menschen scheuen den Weg in den Supermarkt aufgrund des aktuellen Corona-Virus und vermeiden so Menschenmengen. Nach Einschätzung im Handel wird dies auch nach der Krise so bleiben. Die Vorzüge des E-Commerce ist nun bei der älteren Generation angekommen.

Eine Steigerung von 50 Prozent erfassen derzeit reine Onlinehändler, wie Frederic Knaudt, Mitgründer und Chef des Lieferdienstes Picnic feststellen darf. Im gesamten Liefergebiet ist die Nachfrage über alle Produktkategorien gestiegen.

Skepsis zur Qualität bei Lieferdiensten

Die mit der derzeitige Krise und Pandemie verbundenden Umstände beim lokalen Einkauf greifen Verbraucher vermehrt zum Onlinehandel. Diese recht „sichere Alternative“ der Lebensmittellieferung bis vor die Haustüre ist augenscheinlich die „sichere Wahl“ aus Sicht des Verbrauchers. Dennoch gibt es eine gewisse Skepsis hinsichtlich der Qualität und Frische der Lebensmittel beim Onlineverkauf. Trotz hochwertiger Lebensmittelverpackungen beim Versand erwarten Konsumenten Mängel an der Ware, die es zwangsläufig nicht geben muss.

Die Chance für Handelsunternehmen

Handelspartner und Lieferanten können hier einen Vorsprung zum Mitbewerber erlangen, wenn sie schnell und entschlossen agieren. Wer die Chance ergreift und die Wettbewerbsvorteile für einen nächsten Aufschwung nutzt, wird langfristig Kunden am Unternehmen binden können. Laut Experten wird sich der Onlineumsatz bei Lebensmitteln um das fünfache bis ins Jahr 2030 steigen. Haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel wie Seife und Desinfektionssprays sind derzeit am häufigsten gefragt.

Hamsterkäufe auch Online

Die Engpässe und Hamsterkäufe, die es im stationären Handel derzeit gibt, sind auch Onlien zu spüren. So war kurzweilig etwa Toilettenpapier oder Zucker bei Amazon ebenfalls vergriffen.

Potenziale noch nicht ausgeschöpft

Der Online-Lebensmittelhandel hat seine Potenziale noch nicht ausgeschöpft. Traditionelle Supermarktketten werden nach wie vor trotz Anstieg der Verkaufszahlen bevorzugt. Der Markt ist „marktfähig“ – die Lieferanten und Händler müssen hier nur zeitnah reagieren und Versandgebiete ausweiten. Auch der Bereich der rollenden Supermärkte ist noch wichtiger den je geworden.