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Grillparty in Deutschland -Waldrodung in Paraguay

Wenn der Urwald auf dem Grill brennt

Auch in diesem Jahr steht das heißgeliebte Grillen in Deutschland an – saftige Steaks, kühle Biere und sonnige Tage. Die Geschäfte zur Grillsaison laufen gut. Und je sonniger der Sommer, umso besser der Absatz. Der Bedarf an Fleisch, Grillutensilien und Holzkohle steigt im Hochsommer in Rekordhöhe.

Parallel dazu, wenn auf dem Grillrost die Steaks und Würstchen brutzeln, werden in den entfernten Tropenwäldern die Bäume gerodet und Boden zerstört. Lebensraum für unsere Tiervielfalt und wichtige Naturressourcen für das Klima.

Das Tropenholz endet zu Holzkohle, die in den heimischen Gärten und Grillfesten ihre Verwendung findet. Freiwerdende Flächen werden für Sojaanbau oder Rinderzucht genutzt. Mit schwerwiegenden Folgen für das globale Klima.

Urwald

Die teils illegalen Tropenwald-Rodungen sind seit Jahren den Umweltschützern ein Dorn im Auge. So ist Paraguay einer der wichtigsten Lieferanten für die Holzkohle-Industrie. Mit beachtlichen Steigerungen der Umsätze und den Exporten. Dabei geht man davon aus, dass etwa alle zweieinhalb Minuten eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes gerodet wird. Das entspricht in der Regel etwa 0,714 Hektar Waldfläche.

Ein weiterer und noch größerer Grund für die Abholzung der Wälder sei jedoch der Viehzucht und dem Soja-Anbau geschuldet. Aus veröffentlichten Studien geht hervor, dass mehr als 49 000 Quadratkilometer der letzten 30 Jahren zum Opfer fielen.

Umweltschützer und Forscher sprechen sich für ein Verbot der Abholzung aus, angelehnt an den Schutzgebieten in Brasilien. Hier müssen jedoch die Geldstrafen und Kontrollen für die illegale Rodung drastisch erhöht werden, damit die Schutzzonen erfolgversprechend sind.

Für die lokale Bevölkerung ist die Produktion der Holzkohle eine wichtige Einkommensquelle. Für Unternehmen ist die Bewirtschaftung und Rodung der Flächen lukrativ, da die Grundstückspreise günstig und Löhne in einem der ärmsten Länder Südamerikas überschaubar sind. Zudem ist Schwarzarbeit ebenfalls ein Thema.

Nicht immer ist klar, woher die Holzkohle stammt

Naturschützer kritisieren, dass keine Herkunftsangaben auf den Verpackungen vorzufinden sind. Dies wiederum gibt dem Verbraucher nicht die nötige Transparenz und Entscheidungsmöglichkeit. Denn Holzkohlen aus Tropenholz finden auch in unseren Discount-Läden und Supermärkten Einzug.

Es gibt Alternativen, die vom Verbraucher genutzt werden können. So gibt es auch Briketts aus Schalen der Kokosnuss oder aus verkokten Resten landwirtschaftlicher Abfälle. Diese finden sich meist in Biomärkten oder Online wieder.

Unser Schlusswort:

Naturschutzprojekte müssen aus unserer Sicht international koordiniert werden. Schutzzonen bieten einen möglichen Umweltschutz, sofern diese auch aktiv und nachhaltig kontrolliert werden.

Wer nicht auf den Grillgenuss verzichten kann, dem bieten sich Alternativen zur klassischen Holzkohle an. Holzkohle aus Resthölzern oder Briketts aus Resten des landwirtschaftlichen Erzeugnisses mit Herkunft aus Deutschland. Nachhaltig und umweltschonend.