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Lebensmittelsicherheit bei Spenden: Schritt für Schritt

Lebensmittelsicherheit spenden: Lebensmittelsicherheit bei Spenden umsetzen: Rechtliche Anforderungen, Hygiene, Dokumentation und Haftung. Praktischer.

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026

Rechtliche Rahmenbedingungen für Lebensmittelspenden

Die Weitergabe von Lebensmitteln an gemeinnützige Organisationen unterliegt in Deutschland einem klaren rechtlichen Rahmen. Die zentrale Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 178/2002, die allgemeine Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit regelt. Zusätzlich gelten die Hygieneverordnungen wie die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 für die Betriebshygiene. Diese Anforderungen müssen eingehalten werden, unabhängig davon, ob die Ware kostenlos abgegeben wird.

Lebensmittelspenden sind rechtlich zulässig und werden durch die Regelungen unterstützt. Das Lebensmittelrecht unterscheidet zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und Verbrauchsdatum. Produkte mit abgelaufenem MHD können unter bestimmten Bedingungen noch gespendet werden, solange sie sensorisch einwandfrei sind. Bei Produkten mit Verbrauchsdatum darf die Frist nicht überschritten werden.

Die Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen für die Spendenvermittlung. Das BVL bietet aktuelle Leitfäden zu landesspezifischen Anforderungen. Das Wichtigste: Dokumentation ist Pflicht. Jede Spende muss nachverfolgbar sein – wer hat was, wann und an wen weitergegeben.

:::Fazit Lebensmittelspenden sind rechtlich zulässig und werden durch das deutsche Lebensmittelrecht unterstützt. Die Einhaltung von Hygiene-, Dokumentations- und Rückverfolgbarkeitspflichten ist jedoch nicht verhandelbar. :::

Haftung bei Lebensmittelspenden: Wer trägt die Verantwortung

Der Lebensmittelunternehmer, der die Ware spendet, trägt die Verantwortung dafür, dass die gespendeten Produkte sicher sind. Das bedeutet nicht eine pauschale Haftung, sondern dass nachgewiesen werden muss, dass alle erforderlichen Kontrollen durchgeführt wurden.

Das Produkthaftungsgesetz (Produkthaftungsgesetz) regelt, dass Hersteller und Inverkehrbringer für Schäden durch fehlerhafte Produkte haftbar sind. Wer Lebensmittel spendet, handelt als Inverkehrbringer, nicht als Hersteller. Die Haftung bezieht sich auf die Gewährleistung, dass das Produkt zum Zeitpunkt der Spende sicher ist – nicht auf zukünftige Lagerbedingungen bei der empfangenden Organisation.

Übergabeprotokoll als rechtliche Schutzmaßnahme

Ein schriftliches Übergabeprotokoll ist das zentrale Instrument zur Minimierung von Haftungsrisiken. Dieses Dokument muss folgende Elemente enthalten:

Pflichtangaben im Übergabeprotokoll:

  • Datum und Uhrzeit der Übergabe
  • Vollständige Identifikation des Spenders (Name, Adresse, Kontaktdaten)
  • Vollständige Identifikation der empfangenden Organisation (Name, Adresse, Ansprechpartner)
  • Detaillierte Produktbeschreibung (Produktname, Menge, Chargennummer, Verpackungsgröße)
  • Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum
  • Ergebnis der durchgeführten Warenprüfung (sensorische Befunde, Lagerbedingungen)
  • Bestätigung, dass die Kühlkette eingehalten wurde (falls zutreffend)
  • Temperaturangaben zum Zeitpunkt der Übergabe (bei temperaturempfindlichen Produkten)
  • Unterschrift oder digitale Bestätigung beider Parteien
  • Hinweis auf die Verantwortungsübertragung: „Die empfangende Organisation übernimmt ab Übergabe die volle Verantwortung für Lagerung, Verarbeitung und Weitergabe der Produkte.“

Im Schadensfall ist dieses Dokument der entscheidende Nachweis, dass der Spender seine Verantwortung erfüllt hat.

Haftungsausschluss-Klauseln richtig formulieren

Ein rechtlich fundierter Haftungsausschluss ist zulässig, wenn er klar formuliert ist und beide Parteien ihm zustimmen.

Muster-Haftungsausschlussklausel: „Der Spender erklärt, dass die gespendeten Lebensmittel zum Zeitpunkt der Übergabe einer sachkundigen Warenprüfung unterzogen wurden und alle geltenden Lebensmittelsicherheitsanforderungen erfüllen. Der Spender haftet nicht für Schäden, die durch unsachgemäße Lagerung, Transport oder Verarbeitung durch die empfangende Organisation entstehen. Die empfangende Organisation bestätigt, dass sie über geeignete Lagermöglichkeiten und geschultes Personal verfügt und die volle Verantwortung für die Produkte ab Übergabe übernimmt.“

Der Haftungsausschluss muss schriftlich erfolgen und von beiden Parteien unterzeichnet sein. Mündliche Absprachen haben vor Gericht keinen Bestand.

Versicherungsschutz und Dokumentation

Viele Betriebshaftpflichtversicherungen decken Lebensmittelspenden ab, aber nur, wenn nachgewiesen wird, dass alle erforderlichen Kontrollen durchgeführt wurden. Bevor ein Unternehmen mit Lebensmittelspenden beginnt, sollte es mit seiner Versicherung klären:

  • Sind Lebensmittelspenden in der bestehenden Police abgedeckt?
  • Welche Dokumentation wird als Nachweis der Sorgfaltspflicht erwartet?
  • Gibt es Mengenbeschränkungen oder ausgeschlossene Produktkategorien?
  • Wie muss die Dokumentation aufbewahrt werden?

Ein schriftliches Bestätigungsschreiben der Versicherung zeigt, dass der Versicherungsschutz besteht.

:::Warnung Ohne ein unterzeichnetes Übergabeprotokoll ist es im Schadensfall schwierig nachzuweisen, dass die Spende unter sicheren Bedingungen erfolgt ist. Ein einfaches Protokoll mit den genannten Elementen minimiert Haftungsrisiken und sichert den Versicherungsschutz. :::

Digitale Lösungen für Übergabeprotokolle

Für kleine Betriebe ist ein einfaches Papierformular ausreichend. Größere Unternehmen können digitale Lösungen nutzen, die Übergabeprotokolle automatisch generieren und speichern. Auch einfache Tabellenkalkulationsprogramme oder kostenlose Online-Formulare können verwendet werden. Das Wichtigste ist, dass die Dokumentation vollständig, akkurat und zeitnah erfolgt.

Hygienische Anforderungen und Lebensmittelsicherheit

Die Lebensmittelhygiene ist das Fundament jeder Spende. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 schreibt vor, dass Lebensmittelunternehmer ein dokumentiertes Hygienekonzept nach dem HACCP-Prinzip (Hazard Analysis and Critical Control Points – Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) etablieren müssen. HACCP bedeutet, dass kritische Punkte in der Lieferkette identifiziert und kontrolliert werden – typischerweise Lagerbedingungen, Temperaturkontrolle, Verpackung und Transport.

Die Lebensmittelsicherheit bei Spenden beginnt mit der richtigen Lagerung. Temperaturempfindliche Produkte müssen durchgehend gekühlt werden. Trockenwaren müssen vor Schädlingen, Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt sein. Jede Abweichung muss dokumentiert werden.

Warenprüfung vor der Spende

Die Warenprüfung ist der kritischste Schritt. Eine systematische Warenprüfung folgt immer dem gleichen Schema: Sichtprüfung, Geruchsprüfung, Verpackungsprüfung und Datumsprüfung. Bei der Sichtprüfung wird das Produkt auf Beschädigungen, Verfärbungen oder Verschmutzungen untersucht. Geruchsprüfung ist besonders wichtig bei Fleisch, Fisch oder Milchprodukten. Die Verpackungsprüfung überprüft, ob die Verpackung intakt ist. Alle Erkenntnisse müssen schriftlich festgehalten werden.

Mitarbeiter prüft in einem Lager die Lebensmittelverpackung für die Lebensmittelsicherheit beim Spenden von Waren.
Mitarbeiter prüft in einem Lager die Lebensmittelverpackung für die Lebensmittelsicherheit beim Spenden von Waren.

Eine Checkliste für die Warenprüfung sollte folgende Punkte enthalten:

  • Visueller Zustand der Verpackung (Beschädigungen, Dellen, Risse)
  • Integrität des Siegels oder der Verschlüsse
  • Sensorische Merkmale (Farbe, Geruch, Konsistenz)
  • Lagerbedingungen zum Zeitpunkt der Prüfung (Temperatur, Feuchtigkeit)
  • Datum der Prüfung und Name des Prüfers

Haltbarkeitskontrolle: Mindesthaltbarkeitsdatum vs. Verbrauchsdatum

Das Verbrauchsdatum ist die strikte Grenze. Produkte mit Verbrauchsdatum dürfen nach Ablauf nicht mehr abgegeben werden. Das Verbrauchsdatum findet sich auf leicht verderblichen Produkten wie Fleisch, Fisch, Fertiggerichten und Molkereiprodukten.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist flexibler. Es bedeutet, dass der Hersteller bis zu diesem Datum die Qualität garantiert – nicht die Sicherheit. Ein Produkt mit abgelaufenem MHD kann trotzdem sicher und genießbar sein. Eine sensorische Prüfung entscheidet: Sieht es gut aus? Riecht es normal? Ist die Konsistenz unauffällig? Die Dokumentation muss zeigen, dass eine sachkundige Person die Prüfung durchgeführt hat.

:::Tipp Trainieren Sie Ihre Mitarbeiter, zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum zu unterscheiden. Ein kurzes Schulungsvideo vermeidet unnötige Verschwendung von spendenfähigen Produkten. :::

Kühlkette einhalten bei Spenden: Transport und Lagerung

Die Kühlkette ist nicht verhandelbar. Sobald ein Produkt Kühlung benötigt, muss diese durchgehend gewährleistet sein. Nach der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 müssen Lebensmittelunternehmer sicherstellen, dass temperaturempfindliche Produkte bei den vorgeschriebenen Temperaturen gelagert und transportiert werden.

Temperaturanforderungen für verschiedene Produktkategorien

Tiefgekühlte Produkte: -18 °C oder kälter. Diese Temperatur muss durchgehend eingehalten werden.

Gekühlte Produkte (Fleisch, Fisch, Molkereiprodukte): 0-4 °C. Produkte, die länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur lagern, gelten als nicht mehr sicher.

Obst und Gemüse: 2-8 °C, je nach Produkttyp.

Tiefkühlkost und Speiseeis: -18 °C oder kälter, ohne Unterbrechung.

Die Einhaltung dieser Temperaturen muss dokumentiert werden. Digitale Datenlogger, die die Temperatur kontinuierlich aufzeichnen, sind das beste Mittel, um Abweichungen zu dokumentieren.

Praktische Lösungen für kleine Betriebe ohne eigene Kühlfahrzeuge

Option 1: Zusammenarbeit mit Logistikpartnernn

Spezialisierte Logistikanbieter bieten kostengünstige Abholservices für Lebensmittelspenden an. Diese Partner verfügen über Kühlfahrzeuge und geschultes Personal. Der Spender kontaktiert den Logistikpartner, teilt mit, welche Produkte abgeholt werden sollen, und der Partner holt die Produkte ab und transportiert sie direkt zur empfangenden Organisation.

Option 2: Koordination mit der empfangenden Organisation

Viele gemeinnützige Organisationen haben eigene Fahrzeuge und Abholrouten. Der Spender kann sich mit der empfangenden Organisation absprechen und die Produkte zur Abholung bereitstellen. Dieser Ansatz ist oft kostenlos oder sehr kostengünstig.

Option 3: Isolierte Behälter und Kühlakkus für kurze Strecken

Für kurze Transportstrecken (bis zu 30 Minuten) können isolierte Behälter mit Kühlakkus ausreichend sein. Die Produkte werden in einen isolierten Behälter gelegt, Kühlakkus hinzugefügt und sofort transportiert. Die Kühlakkus müssen vorher ausreichend gekühlt werden (mindestens 12 Stunden im Gefrierschrank).

Dokumentation der Kühlkette

Das Übergabeprotokoll sollte folgende Informationen enthalten:

  • Temperatur bei der Abholung (gemessen mit Thermometer oder Datenlogger)
  • Art des Transportbehälters (Kühlfahrzeug, isolierter Behälter, etc.)
  • Transportzeit und -strecke
  • Temperatur bei der Ankunft
  • Name und Unterschrift des Fahrers
  • Bestätigung der empfangenden Organisation, dass die Produkte in gutem Zustand angekommen sind

Wenn ein Datenlogger verwendet wird, sollte dieser in den Behälter gelegt werden und kontinuierlich die Temperatur aufzeichnen.

Arbeiter lädt Lebensmittelkisten in einen Kühlwagen, um die Lebensmittelsicherheit beim Spenden durch korrekte Kühlung zu
Arbeiter lädt Lebensmittelkisten in einen Kühlwagen, um die Lebensmittelsicherheit beim Spenden durch korrekte Kühlung zu

Häufige Fehler bei der Kühlkettensicherung

Fehler 1: Produkte bei Raumtemperatur lagern, bevor sie transportiert werden

Die Produkte sollten bis zum Transport im Kühl- oder Gefrierschrank bleiben. Das Laden sollte schnell erfolgen – idealerweise nicht länger als 5 Minuten.

Fehler 2: Zu lange Transportzeiten

Transporte sollten optimiert werden, um Fahrtzeiten zu minimieren. Für kleine Betriebe ist es oft sinnvoll, Spenden zu kombinieren und mehrere Organisationen in einer Fahrt zu beliefern.

Fehler 3: Keine Temperaturkontrolle während des Transports

Ein einfacher digitaler Datenlogger kostet 20-50 Euro und ist eine sinnvolle Investition.

Fehler 4: Unzureichende Isolierung der Behälter

Isolierte Behälter müssen ausreichend dick sein (mindestens 5 cm Isolationsmaterial).

Fehler 5: Keine Kommunikation mit der empfangenden Organisation

Eine klare Kommunikation ist wichtig: Der Fahrer sollte ankündigen, wann er ankommt, und die empfangende Organisation sollte bereit sein, die Produkte sofort zu übernehmen und einzulagern.

Checkliste für die Kühlkettensicherung

  • Produkte bis zum Transport im Kühl- oder Gefrierschrank lagern
  • Transportbehälter vorbereiten (isoliert, sauber, ausreichend Kühlakkus)
  • Datenlogger in den Behälter legen (falls vorhanden)
  • Temperatur vor dem Transport messen und dokumentieren
  • Transportzeit minimieren (unter 30 Minuten für isolierte Behälter, unter 2 Stunden für Kühlfahrzeuge)
  • Empfangende Organisation informieren (Ankunftszeit, Produkttyp, Menge)
  • Temperatur bei der Ankunft messen und dokumentieren
  • Übergabeprotokoll ausfüllen und von beiden Parteien unterzeichnen
  • Datenlogger auslesen und Ergebnisse speichern

:::Tipp Für kleine Betriebe ist die Zusammenarbeit mit der empfangenden Organisation oft die beste Lösung. Viele gemeinnützige Organisationen haben Abholrouten und können Produkte kostenlos abholen. :::

Dokumentation und Rückverfolgbarkeit: Vorlagen und Anforderungen

Dokumentation ist der Nachweis, dass alle Anforderungen erfüllt wurden. Die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 schreibt vor, dass Lebensmittelunternehmer Aufzeichnungen führen müssen, die die Rückverfolgbarkeit ermöglichen.

Eine Dokumentation bei Lebensmittelspenden sollte folgende Informationen enthalten:

  • Datum der Spende
  • Beschreibung des Produkts (Name, Menge, Chargennummer, falls vorhanden)
  • Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum
  • Lagerbedingungen vor der Spende
  • Ergebnis der Warenprüfung
  • Name und Adresse der empfangenden Organisation
  • Name des Spenders und des Prüfers
  • Unterschrift oder digitale Bestätigung

Diese Informationen können in einem einfachen Formular oder einer Tabelle festgehalten werden. Das BVL stellt Muster-Dokumentationsvorlagen zur Verfügung. Die Dokumentation muss mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.

Digitale Lösungen werden zunehmend beliebter. Ein einfaches Tabellenkalkulationsprogramm reicht aus, um Spenden zu dokumentieren. Manche Unternehmen nutzen auch spezialisierte Apps, die Fotos der Warenprüfung speichern und automatisch Berichte generieren. Die Rückverfolgbarkeit ist besonders wichtig, wenn es zu Problemen kommt.

Praktische Checkliste für kleine Betriebe

Kleine Lebensmittelunternehmen können diese Checkliste direkt im Betrieb verwenden und sollten sie regelmäßig überprüfen.

Schritt

Verantwortung

Häufigkeit

Lagerbedingungen kontrollieren

Lagerleiter

täglich

Produkte auf Verderb prüfen

Mitarbeiter

vor jeder Spende

Datum und Chargennummer notieren

Prüfer

vor jeder Spende

Übergabeprotokoll ausfüllen

Spender

bei jeder Spende

Dokumentation archivieren

Büro

monatlich

Schulung der Mitarbeiter

Geschäftsführung

jährlich

Für kleine Betriebe ist es sinnvoll, eine Person als Ansprechpartner für Lebensmittelspenden zu benennen. Diese Person sollte geschult sein und die Verantwortung für die Einhaltung der Anforderungen tragen. Eine einfache, aber vollständige Dokumentation schützt den Betrieb rechtlich und zeigt, dass die Lebensmittelsicherheit ernst genommen wird.

:::Am besten geeignet für Kleine Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern, die Lebensmittelspenden durchführen möchten, ohne große administrative Strukturen aufzubauen. :::

Häufig gestellte Fragen zu Lebensmittelsicherheit bei Spenden

Kann ich Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum spenden?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Wenn eine sachkundige Person das Produkt sensorisch geprüft hat und es einwandfrei ist, kann es gespendet werden. Dies muss dokumentiert werden. Produkte mit Verbrauchsdatum dürfen dagegen nicht mehr abgegeben werden.

Wer prüft die Spenden – der Spender oder die empfangende Organisation?

Der Spender trägt die Verantwortung dafür, dass die Spende sicher ist. Der Spender führt die Warenprüfung durch und dokumentiert sie. Die empfangende Organisation sollte ebenfalls eine Eingangskontrolle durchführen.

Wie lange muss ich Spendendokumentationen aufbewahren?

Mindestens zwei Jahre. Das ist eine gesetzliche Anforderung nach der Verordnung (EG) Nr. 178/2002.

Benötige ich eine spezielle Versicherung für Lebensmittelspenden?

Das hängt von Ihrer bestehenden Betriebshaftpflichtversicherung ab. Es ist sinnvoll, dies mit Ihrer Versicherung zu klären.

Welche Schulungen benötigen meine Mitarbeiter?

Mitarbeiter, die Warenprüfungen durchführen, sollten geschult sein in: Unterscheidung zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum, sensorische Prüfung von Lebensmitteln, Hygienebestimmungen und Dokumentation. Eine jährliche Auffrischungsschulung ist ausreichend.


Lebensmittelsicherheit bei Lebensmittelspenden ist ein strukturierter Prozess, der mit den richtigen Werkzeugen und etwas Training beherrschbar ist. Unternehmen, die diesen Prozess etablieren, profitieren doppelt: Sie reduzieren Lebensmittelverschwendung und stärken ihre Reputation als verantwortungsvoller Partner. BVL bietet aktualisierte Leitfäden und Dokumentationsvorlagen, die speziell für deutsche Anforderungen entwickelt wurden. Mit diesen Ressourcen können Sie Ihre Spendenprozesse rechtssicher und effizient gestalten – unabhängig von der Größe Ihres Betriebs.

Häufig gestellte Fragen

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für Lebensmittelspenden?

Lebensmittelspenden unterliegen der EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002 und deutschen Lebensmittelgesetzen. Lebensmittelunternehmer müssen sicherstellen, dass gespendete Produkte die Lebensmittelsicherheit erfüllen und rückverfolgbar sind. Das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) regelt die Verantwortung. Wichtig: Spenden sind nur zulässig, wenn das Produkt verkehrsfähig ist und die Kühlkette eingehalten wurde.

Wie unterscheidet sich das Mindesthaltbarkeitsdatum vom Verbrauchsdatum bei Spenden?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) garantiert Qualität, nicht Sicherheit – Produkte können danach noch sicher sein. Das Verbrauchsdatum ist eine Sicherheitsgrenze; Produkte dürfen danach nicht mehr abgegeben werden. Bei Lebensmittelspenden darf das MHD überschritten sein, wenn die Warenprüfung Sicherheit bestätigt. Das Verbrauchsdatum ist absolut bindend.

Wer haftet bei Lebensmittelspenden, wenn ein Gesundheitsschaden auftritt?

Der Lebensmittelunternehmer, der die Spende abgibt, trägt die Haftung für die Lebensmittelsicherheit. Deshalb ist eine umfassende Dokumentation und Warenprüfung essentiell. Empfehlung: Verwenden Sie Haftungsausschluss-Vorlagen und informieren Sie Empfänger über Lagerbedingungen. Eine vollständige Rückverfolgbarkeit schützt im Schadensfall.

Wie halte ich die Kühlkette bei der Weitergabe von gespendeten Lebensmitteln ein?

Temperaturkontrollierte Fahrzeuge sind Pflicht für temperaturempfindliche Produkte. Regelmäßige Kontrollen der Fahrzeugtemperatur müssen dokumentiert werden. Empfänger müssen Kühlgeräte haben und Produkte sofort lagern. Transport sollte maximal 2–3 Stunden dauern. Thermometer in Fahrzeugen und Lagern sind notwendig. Dokumentation aller Temperaturen ist rechtlich erforderlich.

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