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Lebensmittelsicherheit 2026: EU-Richtlinien Leitfaden

Lebensmittelsicherheit 2026: Neue EU-Richtlinien, Grenzwerte und Anforderungen für Lebensmittelunternehmen. Checkliste und Compliance-Guide. Mehr.

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026

Inhalt

Übersicht der Änderungen 2026

Die neuen EU-Verordnungen zur Lebensmittelsicherheit 2026 markieren einen Wendepunkt für Lebensmittelunternehmer aller Größen. Ab diesem Jahr gelten verschärfte Anforderungen an mikrobiologische Kriterien, Lebensmittelkontaktmaterialien und die Kennzeichnung von Produkten. Diese Veränderungen sind rechtlich bindend und betreffen jeden, der Lebensmittel herstellt, verarbeitet oder in den Handel bringt.

Die Delegierte Verordnung der EU hat konkrete Grenzwerte für Pathogene wie Listeria monocytogenes neu definiert und präzisiert die Anforderungen an HACCP-Konzepte und Risikomanagement. Für kleine und mittlere Betriebe bedeutet das: Ihre bisherigen Prozesse müssen überprüft und angepasst werden. Wer jetzt nicht handelt, riskiert Bußgelder und Betriebsstilllegungen.

Bei der Umsetzung dieser neuen Regelungen zur Lebensmittelsicherheit nach neuen EU Richtlinien 2026 hilft BVL mit praktischen Leitfäden und aktuellen Analysen. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Änderungen konkret auf Sie zukommen und wie Sie diese systematisch umsetzen.

Wichtige ErkenntnisDie neuen EU-Richtlinien 2026 zur Lebensmittelsicherheit verschärfen Grenzwerte, Kontrollverfahren und Kennzeichnungspflichten. Betriebe, die nicht bis zum Stichtag konform sind, müssen mit Sanktionen rechnen.

Verschärfte mikrobiologische Kriterien und Listeria monocytogenes Grenzwerte

Die Verordnung zu mikrobiologischen Kriterien wurde fundamental überarbeitet, um Verbraucherschutz durch niedrigere Toleranzen für pathogene Keime zu erreichen. Listeria monocytogenes steht im Fokus, da dieser Erreger besonders für vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Schwangere und ältere Menschen gefährlich ist.

Neue Grenzwerte für verzehrfertige Lebensmittel

Verzehrfertige Lebensmittel unterliegen jetzt strengeren Nachweisanforderungen. Der Grenzwert für Listeria monocytogenes liegt bei maximal 100 KbE/g (koloniebildende Einheiten pro Gramm) zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens. Das bedeutet in der Praxis: Jede Charge muss vor dem Verkauf getestet werden. Hersteller von Käse, Räucherfisch, Feinkostsalaten und ähnlichen Produkten müssen ihre Lagerbedingungen und Haltbarkeitsfristen neu bewerten. Temperaturmanagement wird zur Kernkompetenz – eine durchgehend kontrollierte Kühlkette ist keine Option mehr, sie ist Pflicht.

Lebensmittelkontrolleur prüft Kühlhaus für Lebensmittelsicherheit 2026 mit digitalen Messgeräten und Dokumentationsliste.
Lebensmittelkontrolleur prüft Kühlhaus für Lebensmittelsicherheit 2026 mit digitalen Messgeräten und Dokumentationsliste.

Nachweisgrenze und Kontrollverfahren

Die Nachweisgrenze für Listeria monocytogenes wurde herabgesetzt. Laboratorien müssen jetzt Keime ab 1 KbE/g nachweisen können. Das erfordert moderne Analyseverfahren und geschultes Personal. Viele kleine Betriebe werden externe Labore beauftragen müssen – kostenintensiv, aber unvermeidbar.

Die Amtlichen Kontrollen werden intensiviert. Lebensmittelüberwachungsbehörden führen häufigere Stichproben durch und nutzen modernere Nachweismethoden. Betriebe, die ihre Eigenkontrollen schlecht dokumentieren, fallen sofort auf.

Profi-TippLagern Sie verzehrfertige Lebensmittel immer bei konstant unter 4 °C. Temperaturabweichungen müssen dokumentiert werden. Investieren Sie in digitale Temperaturüberwachungssysteme – sie sparen Zeit und beweisen Ihre Sorgfalt im Zweifelsfall.

HACCP-Konzept: Anforderungen 2026

Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist nicht neu, aber die Anforderungen sind durch die neuen EU-Verordnungen 2026 präzisiert und verschärft worden. Betriebe müssen ihre kritischen Kontrollpunkte (CCPs) systematisch neu analysieren, dokumentieren und mit messbaren Schwellenwerten versehen.

Systematische Risikoanalyse und Gefahrenidentifikation

Die neue Verordnung verlangt eine dokumentierte Risikoanalyse für jeden Prozessschritt. Diese muss folgende Fragen beantworten:

  • Wo können Pathogene eindringen? (Rohstoffe, Umgebung, Personal, Wasser)
  • Wo können sie wachsen oder überleben? (Temperatur, pH-Wert, Wasseraktivität, Lagerzeit)
  • Wo werden sie eliminiert oder reduziert? (Wärmebehandlung, Säuerung, Trocknung, Bestrahlung)

Diese Analyse muss schriftlich vorliegen. Die Behörden erwarten ein Dokument, das zeigt, dass Sie die Gefahren kennen und kontrollieren.

Kritische Kontrollpunkte (CCPs) mit messbaren Schwellenwerten

Ein häufiger Fehler: Betriebe definieren zu viele oder zu wenige CCPs. Ein CCP ist ein Prozessschritt, an dem eine Gefahr eliminiert oder auf ein akzeptables Niveau reduziert wird.

Beispiele für CCPs in verschiedenen Produktkategorien:

Fleischverarbeitung (Rohwurst, Schinken):

  • CCP 1: Wärmebehandlung – Kerntemperatur mindestens 72 °C für 2 Minuten, gemessen mit kalibriertem Thermometer
  • CCP 2: Salzgehalt und pH-Wert – Mindestens 2,5 % Salz und pH ≤ 4,6
  • CCP 3: Lagertemperatur – Maximal 4 °C, dokumentiert durch digitale Temperaturlogger

Molkereiprodukte (Käse, Joghurt):

  • CCP 1: Pasteurisierung – Mindestens 72 °C für 15 Sekunden mit kontinuierlicher Temperaturüberwachung
  • CCP 2: Säuerung – pH-Wert nach Fermentation ≤ 4,6, gemessen täglich
  • CCP 3: Kühlkette – Lagerung bei maximal 4 °C

Verzehrfertige Lebensmittel (Feinkostsalate, Räucherfisch):

  • CCP 1: Rohstoffqualität – Lieferantenzertifikat und Sichtprüfung
  • CCP 2: Verarbeitungshygiene – Oberflächenreinigung und Desinfektion vor Verarbeitung
  • CCP 3: Kühlkette – Konstant unter 4 °C vom Zeitpunkt der Verarbeitung bis zum Verbrauch
  • CCP 4: Haltbarkeit – Verbrauchsdatum basierend auf Wachstumsstudien für Listeria monocytogenes

Dokumentation und Überwachung

Jeder CCP muss dokumentiert werden:

  1. Gefährdung: Welche Gefahr wird kontrolliert?
  2. Schwellenwert: Welcher Messwert ist akzeptabel?
  3. Überwachungsmethode: Wie wird gemessen?
  4. Häufigkeit: Wie oft wird kontrolliert?
  5. Verantwortlicher: Wer führt die Kontrolle durch?
  6. Korrekturmaßnahme: Was passiert bei Abweichung?

Die Dokumentation muss täglich erfolgen. Digitale Systeme sind hier von Vorteil, da sie automatisch Abweichungen flaggen.

Häufiger Fehler: Kopieren von HACCP-Plänen

Viele Betriebe kopieren HACCP-Pläne von anderen Unternehmen. Das funktioniert nicht. Ihr HACCP-Plan muss Ihre spezifische Produktion abbilden: Ihre Rohstoffe, Maschinen, Mitarbeiter, Lagerbedingungen und Vertriebswege. Ein generischer Plan ist im Ernstfall wertlos. Behörden erkennen sofort, wenn ein Plan nicht zur Realität passt.

Validierung und Überprüfung

Das HACCP-System muss regelmäßig überprüft werden. Mindestens jährlich sollten Sie überprüfen, ob die CCPs noch relevant sind, Schwellenwerte validieren, Dokumentation überprüfen und Abweichungen analysieren. Ein HACCP-Plan, der seit Jahren nicht aktualisiert wurde, wird als Mangel eingestuft.

AchtungEin unzureichend dokumentiertes oder nicht zur Realität passendes HACCP-Konzept wird bei Kontrollen als schwerwiegender Mangel eingestuft. Das kann zu Verwarnungen, Bußgeldern oder zur Betriebsstilllegung führen. Nehmen Sie diese Anforderung ernst – sie ist nicht Verwaltungslast, sondern Ihr rechtlicher und operativer Schutz.

Lebensmittelsicherheits-Audit-Checkliste für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen haben oft weniger Ressourcen für Compliance-Management. Eine strukturierte Checkliste ist unverzichtbar und sollte alle wesentlichen Bereiche abdecken.

Schritt-für-Schritt Umsetzung der neuen Anforderungen

Eine systematische Umsetzung folgt diesem Ablauf:

  1. Bestandsaufnahme durchführen – Dokumentieren Sie Ihre aktuellen Prozesse und vergleichen Sie diese mit den neuen Anforderungen.
  2. Risiken neu bewerten – Führen Sie eine Risikoanalyse für Ihre spezifischen Produkte durch.
  3. HACCP-Plan überarbeiten – Passen Sie Ihren Plan an die neuen Anforderungen an und definieren Sie kritische Kontrollpunkte neu.
  4. Schulungen durchführen – Ihre Mitarbeiter müssen die neuen Anforderungen verstehen. Regelmäßige Schulungen sind Pflicht und dokumentierungspflichtig.
  5. Kontrollverfahren etablieren – Legen Sie fest, wie und wann Sie Ihre kritischen Kontrollpunkte überprüfen.
  6. Externe Tests einplanen – Beauftragen Sie Labore mit Routinetests für Ihre risikoreichsten Produkte.
  7. Dokumentation aktualisieren – Alle Prozesse, Kontrollen und Tests müssen schriftlich festgehalten sein.
Mitarbeiterin führt für die Lebensmittelsicherheit 2026 eine systematische Sichtprüfung mit Tablet in einer Produktion durch.
Mitarbeiterin führt für die Lebensmittelsicherheit 2026 eine systematische Sichtprüfung mit Tablet in einer Produktion durch.

Eine Audit-Checkliste für KMUs sollte folgende Bereiche abdecken:

Bereich

Kontrollpunkt

Häufigkeit

Verantwortlicher

Rohstoffe

Lieferantenbewertung und Zertifikate

monatlich

Einkauf

Lagerung

Temperaturkontrolle und Dokumentation

täglich

Lagerleiter

Verarbeitung

HACCP-Schwellenwerte einhalten

pro Schicht

Schichtleiter

Reinigung

Hygienemaßnahmen durchführen

täglich

Reinigungsteam

Dokumentation

Alle Kontrollen erfassen

täglich

Qualitätsmanagement

Externe Tests

Laboruntersuchungen durchführen

quartalsweise

Geschäftsführung

Passen Sie diese Checkliste an Ihre spezifische Situation an. BVL stellt aktualisierte Vorlagen zur Verfügung, die direkt einsatzbereit sind.

Neue Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien und Bisphenol A

Lebensmittelkontaktmaterialien (LKM) sind alle Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen: Verpackungen, Behälter, Maschinen, Arbeitsflächen. Die neuen Regelungen zur Lebensmittelsicherheit 2026 verschärfen die Anforderungen an diese Materialien erheblich.

Bisphenol A (BPA) ist ein Kunststoff-Weichmacher, der in vielen Verpackungen verwendet wurde. Die neue Verordnung senkt die zulässigen Migrationsgrenzwerte für BPA deutlich. Das bedeutet: Alte Verpackungen müssen überprüft oder ausgetauscht werden.

Änderungen bei Mehrwegbehältnissen

Mehrwegbehältnisse unterliegen jetzt strengeren Hygiene- und Materialanforderungen. Die Behälter müssen nach jeder Verwendung gründlich gereinigt werden. Kratzer oder Beschädigungen sind nicht zulässig.

Die Konformitätserklärung für Mehrwegbehältnisse muss neu ausgestellt werden. Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Behälter die neuen Anforderungen erfüllen. Klären Sie vertraglich, wer für die Reinigung und Kontrolle verantwortlich ist.

Profi-TippLagern Sie Mehrwegbehältnisse trocken und bei Raumtemperatur. Beschädigte Behälter sofort aus dem Verkehr nehmen.

Anpassungen der Lebensmittelkennzeichnung

Die Kennzeichnungspflicht wurde durch die neuen EU-Verordnungen 2026 erheblich erweitert. Produkte müssen jetzt detaillierter über ihre Herkunft, Verarbeitung und potenzielle Risiken informieren.

Allergenkennzeichnung – Neue Anforderungen

Allergenkennzeichnung ist strenger geworden:

Neue Regelung (ab 2026):

  • Allergene müssen deutlich hervorgehoben sein – nicht nur in der Zutatenliste versteckt
  • Hervorhebung ist verpflichtend durch Fettdruck, Großbuchstaben oder Farbkontrast
  • Spurenwarnungen müssen standardisiert sein
  • Allergene müssen auch auf der Vorderseite sichtbar sein, wenn das Produkt mehr als ein Allergen enthält

Praktisches Beispiel:

Richtig (nach 2026): „Zutaten: Mehl, Eier, Milch, Zucker, Vanillin Enthält: Gluten, Eier, Milch Kann Spuren von Nüssen und Sesam enthalten.“

Betriebe müssen ihre Kennzeichnung überprüfen und notfalls aktualisieren. Alte Etiketten müssen bis zum Stichtag aufgebraucht sein.

Herkunftskennzeichnung und Transparenzanforderungen

Die Herkunftskennzeichnung wurde ausgeweitet:

Produktkategorie

Neue Anforderung (2026)

Fleisch (Rind, Schwein, Geflügel)

Herkunftsland + Aufzucht- und Schlachtland separat

Fisch und Meeresfrüchte

Fanggebiet (verpflichtend) + Fangmethode

Honig

Herkunftsland + bei Mischungen: Prozentuale Anteile

Olivenöl

Herkunftsland + Erntejahr

Milchprodukte

Herkunftsland der Milch

Diese Anforderungen gelten auch für Direktvermarkter.

Schriftgröße, Platzierung und Lesbarkeit

Die neuen Anforderungen sind strenger:

  • Mindestschriftgröße: 1,2 mm
  • Kontrast: Mindestens 3:1 zwischen Schrift und Hintergrund
  • Platzierung: Allergene und Herkunftsangaben müssen auf der Hauptanzeigeseite stehen
  • Sprache: Alle Angaben müssen in der Sprache des Landes lesbar sein, in dem das Produkt verkauft wird

Für kleine Betriebe bedeutet das oft: Neue Etiketten und Druckverfahren. Digitaldruck oder hochwertige Offsetdrucke sind besser als Thermotransfer-Drucker.

Kontaminationsverdacht und Rückverfolgbarkeit

Wenn ein Produkt mit Listeria monocytogenes oder anderen Pathogenen kontaminiert wurde, muss das dokumentiert und den Behörden gemeldet werden.

Die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit sind verschärft:

  • Chargennummern: Jede Charge muss eindeutig gekennzeichnet sein
  • Verfallsdatum: Muss auf Basis von Wachstumsstudien für Listeria monocytogenes berechnet sein
  • Lagerungsbedingungen: Müssen auf dem Etikett angegeben sein
  • Rückverfolgung: Betriebe müssen innerhalb von 24 Stunden nachvollziehen können, wohin ein Produkt verkauft wurde

Sprachliche Anforderungen und Klarheit

Die Kennzeichnung muss klar und verständlich sein. Vage Angaben wie „Kann Spuren enthalten“ ohne Spezifizierung sind nicht mehr zulässig.

Richtig: „Enthält: Gluten, Eier, Milch, Nüsse“ „Kann Spuren von Sesam und Senf enthalten“ „Lagerung: Bei maximal 4 °C, nach Öffnung innerhalb von 3 Tagen verbrauchen“

Digitale Kennzeichnung und QR-Codes

Die neuen Regelungen erlauben digitale Kennzeichnung über QR-Codes. Das ist optional, aber eine gute Möglichkeit für kleine Betriebe, detaillierte Informationen bereitzustellen:

  • QR-Code auf der Verpackung
  • Link zu einer Website mit vollständigen Allergen-, Herkunfts- und Nährwertinformationen
  • Regelmäßige Aktualisierung erforderlich

Der QR-Code ersetzt nicht die Mindestangaben auf der Verpackung selbst.

Profi-TippÜberprüfen Sie Ihre Etiketten systematisch. Erstellen Sie eine Vorlage, die alle neuen Anforderungen abdeckt. Testen Sie die Lesbarkeit mit verschiedenen Schriftgrößen und Kontrasten.

Strafen und Sanktionen bei Nichteinhaltung

Die Sanktionen für Verstöße gegen die neuen Anforderungen sind erheblich. Verwarnungsgelder beginnen bei mehreren hundert Euro für kleinere Verstöße. Für schwerwiegende Fälle, etwa mangelhaft dokumentierte HACCP-Konzepte oder nachgewiesene Kontaminationen, können Bußgelder im fünfstelligen Bereich verhängt werden. Im schlimmsten Fall wird ein Betrieb stillgelegt.

Besonders kritisch: Wenn ein Produkt zu Erkrankungen führt und die Behörde feststellt, dass der Betrieb die Anforderungen nicht eingehalten hat, drohen auch zivilrechtliche Schadensersatzforderungen. Dokumentation ist Ihre beste Verteidigung. Wenn Sie nachweisen können, dass Sie alle Anforderungen erfüllt haben, steht Ihre Position deutlich besser.

Auswirkungen auf Direktvermarkter und kleine Betriebe

Direktvermarkter, also Betriebe, die ihre Produkte selbst verkaufen, etwa auf Märkten oder direkt an Verbraucher, sind von den neuen Anforderungen nicht ausgenommen. Auch sie müssen ihre Lebensmittelsicherheit nach neuen EU Richtlinien 2026 nachweisen.

Für kleine Betriebe ist das eine Herausforderung. Sie haben oft weniger finanzielle Mittel für externe Labore, Schulungen und Dokumentationssysteme. Trotzdem: Die Anforderungen sind gleich. Es gibt aber auch Unterstützung. Behörden bieten oft kostenlose Beratung an. Branchenverbände stellen Mustervorlagen zur Verfügung. BVL hat spezielle Leitfäden für kleine Betriebe entwickelt.

Ein strategischer Ansatz: Kooperieren Sie mit anderen kleinen Betrieben. Gemeinsam können Sie sich externe Labore teilen oder Schulungen organisieren. Das senkt die Kosten und erhöht die Qualität.

Die neue Regelung zur Lebensmittelsicherheit nach neuen EU Richtlinien 2026 ist streng, aber nicht unmöglich. Betriebe, die jetzt systematisch vorgehen, haben einen Wettbewerbsvorteil. Sie können ihre Sicherheit nachweisen und bauen Vertrauen bei Kunden und Behörden auf.

Häufig gestellte Fragen

Welche Hauptänderungen zur Lebensmittelsicherheit treten 2026 in Kraft?

Die wichtigsten Änderungen betreffen verschärfte mikrobiologische Kriterien für Listeria monocytogenes, neue Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien und Mehrwegbehältnisse sowie erweiterte Kennzeichnungspflichten. Die Delegierte Verordnung der EU setzt höhere Standards für verzehrfertige Lebensmittel durch und verlangt strengere Nachweisverfahren. Lebensmittelunternehmen müssen ihre HACCP-Konzepte anpassen und amtliche Kontrollen intensivieren.

Wie muss ich mein HACCP-Konzept: Anforderungen 2026 anpassen?

Das HACCP-Konzept muss die neuen Grenzwerte für Listeria monocytogenes und andere Kontaminanten berücksichtigen. Unternehmen müssen ihre kritischen Kontrollpunkte überprüfen, Überwachungsverfahren verschärfen und Dokumentation lückenlos führen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Temperaturkontrolle bei Mehrwegbehältnissen und der Rückverfolgbarkeit. Regelmäßige Audits und Schulungen des Personals werden verbindlich.

Gibt es eine Lebensmittelsicherheits-Audit-Checkliste für kleine Betriebe?

Ja, kleine und mittlere Unternehmen sollten eine systematische Checkliste nutzen, die die neuen Anforderungen abdeckt: Überprüfung von Lagertemperaturen, Hygieneverfahren, Lebensmittelkontaktmaterialien und Kennzeichnungspflichten. Die Checkliste sollte monatliche Kontrollen, Schulungsaufzeichnungen und Konformitätserklärungen enthalten. Viele Verbände bieten spezialisierte Vorlagen für KMUs an, die auf die neuen EU-Vorgaben abgestimmt sind.

Welche Strafen drohen bei Nichteinhaltung der neuen Lebensmittelsicherheitsstandards?

Verstöße gegen die neuen Lebensmittelsicherheitsvorgaben können zu erheblichen Bußgeldern, Verwarnungen oder im schlimmsten Fall zur Betriebsschließung führen. Die Höhe der Sanktionen hängt von der Schwere des Verstoßes und der Wiederholung ab. Behörden führen verstärkte amtliche Kontrollen durch. Unternehmen sollten proaktiv ihre Compliance dokumentieren und regelmäßige Eigenkontrollen durchführen, um Risiken zu minimieren.

Wie beeinflussen neue Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien mein Geschäft?

Neue Regelungen zu Bisphenol A und anderen Stoffen in Lebensmittelkontaktmaterialien erfordern aktualisierte Lieferantenerklärungen und Konformitätsnachweise. Mehrwegbehältnisse unterliegen strengeren Hygienestandards. Unternehmen müssen ihre Verpackungslieferanten überprüfen und sicherstellen, dass alle Materialien die neuen Vorgaben erfüllen. Dies kann zu Lieferkettenverzögerungen führen, weshalb frühzeitige Planung notwendig ist.

Sind Direktvermarkter und kleine Läden von den neuen Regelungen betroffen?

Ja, auch Direktvermarkter und kleine unabhängige Läden müssen die neuen Lebensmittelsicherheitsstandards einhalten. Allerdings gibt es teilweise Erleichterungen für sehr kleine Betriebe bei bestimmten Dokumentationspflichten. Alle Unternehmen müssen jedoch die Grenzwerte für Kontaminanten einhalten, HACCP-Prinzipien anwenden und Kennzeichnungsvorgaben erfüllen. Eine frühzeitige Beratung hilft, Compliance kostengünstig zu erreichen.

Wann ist die Umsetzungsfrist für die neuen Anforderungen?

Die meisten neuen Anforderungen treten im Laufe von 2026 in Kraft, mit gestaffelten Umsetzungsfristen für verschiedene Bereiche. Einige Änderungen zur Lebensmittelkennzeichnung gelten bereits früher. Unternehmen sollten jetzt mit der Vorbereitung beginnen: Prozesse überprüfen, Personal schulen und Lieferanten informieren. Die genauen Stichtage finden sich im EU-Amtsblatt und in den Delegierten Verordnungen.

Wie stelle ich sicher, dass meine Lebensmittelsicherheit den neuen Standards entspricht?

Führen Sie eine umfassende Bestandsaufnahme durch: Überprüfen Sie HACCP-Dokumentation, Schulungsunterlagen, Lieferantenerklärungen und Lebensmittelkontaktmaterialien. Nutzen Sie eine strukturierte Audit-Checkliste und dokumentieren Sie alle Maßnahmen. Schulen Sie Ihr Personal zu den neuen Anforderungen. Planen Sie regelmäßige interne Audits ein und ziehen Sie externe Berater hinzu, um Lücken zu identifizieren und Compliance zu sichern.

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