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Das große Schreddern – Tod der Küken im Akkord

Ein Gang in den Supermarkt offeriert günstige Preise für Eierwaren. Gerade in der Osterzeit sind die nett bemalten Eier ein Hingucker und Verkaufsschlager. Die Werbeplakate versprechend zudem einen harmonischen Bauernhof mit freilaufenden Hühnern. 6 Eier für 0,99 Euro. Ein Schnapper.

Das sich der harmonische Bauernhof jedoch beim näheren Betrachten in den meisten Fällen als ein Friedhof für Babyküken formt, ist den Konsumenten meist nicht bewusst. Fasziniert von der Illusion, dass glückliche Hühner ihre Eier legen, die auf dem Frühstückstisch landen, ist groß. Die Wirklichkeit sieht in den meisten Fällen anders aus. So werden maschinell und fabrikähnliche Anlagen für die „Produktion“ der Eier genutzt. Zuvor beginnt jedoch die große Selektion der Küken.

Düsteres Kapitel der Landwirtschaft

So werden männliche Küken, die keine Eier legen können oder aufgrund der Rasse für den Mastbetrieb ungeeignet sind, kurzerhand lebendig geschreddert. Ein kurzes Leben, denn dies passiert innerhalb kürzester Zeit nach dem Schlüpfen. Allein letztes Jahr wurden in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken im Akkord getötet mit steigender Tendenz.

Schon lange fordern Tierschützer ein Verbot dieser Praxis, jedoch wurde bis jetzt auf Ebene der Bundesregierung kaum etwas umgesetzt. Gemäß Tierschutzgesetz dürfen Tiere nur aus vernünftigen Gründen getötet werden. Ob im Sinne der Lebensmittelindustrie ein wirtschaftlicher Grund angemessen ist, ist eher fraglich.

Das Genome Editing- Verfahren als Alternative

Parallel sucht die Geflügelindustrie händeringend nach Alternativen, um die Schredderung zu vermeiden und den wirtschaftlichen Faktor zu verbessern.

Diesbezüglich soll ein Verfahren die Möglichkeit bieten, die aktuelle Praxis zu verhindern. Ein entsprechender Zuschuss von der Regierung liegt vor. Mit dem sogenannten Genome Editing-Verfahren wird das Geschlecht bereits im Ei bestimmt.

Bei dem Verfahren leuchten die männlichen Embryos im Ei unter UV-Licht und können so in dem Stadium bestimmt werden. Ob die Selektion in diesem frühen Status moralisch allerdings zielführender ist, mag in der Öffentlichkeit gerne diskutiert werden. Für den Lebensmittelhandel ist dieses Verfahren jedoch deutlich kostengünstiger.

Inwiefern und wann sich die Methodik etablieren wird, steht derzeit noch in den Sternen. Hier sieht man die Entwicklung „in den nächsten Jahren“.
Auch die Bio-Landwirtschaft glänzt nicht

In der Bio-Landwirtschaft ist das Töten der Küken ebenfalls gängige Praxis. Um das Image jedoch aufrecht zu erhalten, werden Auswege in Betracht gezogen. So ist die Zucht eines „Zweinutzenhuhn“ als neue Rasse eine Möglichkeit, die sich als Mast- und Legehuhn eignet.

Bei Landbetrieben, die völlig auf die Tötung der Küken verzichten, erhöht sich Preis der Eier auf etwa drei bis vier Cent, die auf den Verbraucher abgewälzt werden müssen. Denn hier werden die männlichen Küken über Jahre aufgezogen.

Das staatliche Tierwohllabel

Im Zuge der Neuformierung des Tierwohllabels, das auf Bundesebene diskutiert und konkretisiert wird, wollen wir hier auf eine Verbesserung der wahnsinnigen Praxis hoffen.

Insbesondere sollten wirtschaftliche Aspekte nicht als Kriterium für eine Tötung der Tiere in Frage kommen. Hier ist jedoch der Verbraucher ebenfalls mitverantwortlich und als Käufer gefragt, einen preislichen Beitrag für eine ökologische und lebenserhaltende Struktur zu gewährleisten.

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